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	<title>Captain's Log</title>
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	<description>Yachtschule Wolke / Segelyacht Orion</description>
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		<title>Von idyllischen Häfen zu lauschigen Buchten</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 09:34:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>
		<category><![CDATA[Antalya]]></category>
		<category><![CDATA[Finike]]></category>
		<category><![CDATA[Segeltörn]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Samstag ist Anreisetag. Angelika und Brigitte kommen aus Dresden, Ralf und Matthias aus Frankfurt. Die zwei aus Dresden können wegen starken Nebels über Antalya nicht landen und werden erst einmal nach Dalaman geschickt. Mit zweistündiger Verspätung landen sie dann glücklich in Antalya. Hier beginnt unser Törn. Abends wird etwas Proviant eingekauft und dann gibt&#8217;s noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Samstag ist Anreisetag. Angelika und Brigitte kommen aus Dresden, Ralf und Matthias aus Frankfurt. Die zwei aus Dresden können wegen starken Nebels über Antalya nicht landen und werden erst einmal nach Dalaman geschickt. Mit zweistündiger Verspätung landen sie dann glücklich in Antalya. Hier beginnt unser Törn. Abends wird etwas Proviant eingekauft und dann gibt&#8217;s noch die Törnbesprechung mit der Sicherheitseinweisung. Alle kennen die „Orion“, aber bei Brigitte, Matthias und Ralf ist es schon eine Weile her, dass sie an Bord waren.<br />
Angelika wird zum Schiffsführer ernannt, Ralf ist ihr Stellvertreter und Brigitte Finanzminister. Matthias und Andreas werden Urlaub machen und das Segeln genießen, sagen sie. Doch dann unterstützt Andreas beim Navigieren und Matthias beim Segelsetzen. So hat jeder seine Aufgabe.<br />
Das erste Abendessen findet in einer kleinen Strandkneipe an der Riviera statt. Dann verbringen alle die erste Nacht auf der „Orion“.</p>
<p>1. Tag</p>
<p>Am Sonntag um 10 laufen wir aus der Celebi-Marina Antalya aus.<br />
Um etwas vorzugreifen: Brigittes erste 400 Fotos werden bereits am ersten Tag geschossen und so begleitet das Ablegemanöver ein „Blitzlichtgewitter“. Die Segel werden schon im Vorhafen gesetzt. Wir gehen mit 2 bis 3 Windstärken Richtung Kemer. Kreuzen ist angesagt, weil der Wind am Tage immer aus Süden kommt. 14 Meilen nach Südosten und dann die Wende, danach können wir Kurs Kemer anlegen.<br />
Die leichte Brise am Anfang wird uns von Andreas mit etwas Gitarrenspiel „garniert“.<br />
Die „Orion“ läuft sehr gut. Mit einem Wendewinkel von etwa 90 Grad müssen wir etwa das 1,5 fache der direkten Entfernung zurücklegen. Das sind am Ende des Tages so etwa 26 Seemeilen.<br />
200 m vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Segel und melden uns per Funk im Hafen an.<br />
Wir werden bereits erwartet. Das Personal im Dinghi hilft uns beim Festmachen. Angelika fährt  das Anlegemanöver ohne auch nur ein Schiff rechts oder links zu berühren. Übrigens fährt sie in diesem Törn alle An- und Ablegemanöver.<br />
Ein heftiger Gewitterguss verhagelt uns ein wenig das gemeinsames Abendessen im Freien des „Navigator“, dem Hafenrestaurant.<br />
Brigitte, Ralf und Matthias lassen es sich nicht nehmen, später noch in eine Disko zu gehen.</p>
<p>2. Tag</p>
<p>Aufstehen, frühstücken und 9.30 Uhr legen wir ab. Wir wollen weiter in den Süden und möglichst schnell die 5 Inseln, welche mit einer Landzunge das Kap bilden, hinter uns lassen.<br />
Wieder ist Kreuzen angesagt, denn der Wind bläst mit 5 bis 6 aus Süd. Wir reffen das erste Mal. Mit mehreren Kreuzschlägen kommen wir zwar weiter in den Süden, aber es reicht nicht. Wir erreichen unser Ziel, den Hafen von Finike nicht. Aber warum nicht mal in einer lauschigen Bucht ankern? Gut geeignet dafür ist Cavus Limani. Eine weite Bucht, aber idyllisch gelegen.<br />
Brigitte ist von den hohen Bergen, die direkt in das Meer übergehen beeindruckt und fotografiert unentwegt.<br />
Punkt 17.00 Uhr schläft der Wind ein und wir laufen die letzte Meile unter Motor, dabei räumen wir das Schiff auf. Der Anker ist schnell ausgebracht. Aber wir müssen uns noch einmal verholen. Da der Wind aus den Bergen zu stark in die Bucht weht, suchen wir uns einen Platz im Schutz eines Felsens. Das ist goldrichtig.<br />
Für das Highlight des Abends sorgen Matthias und Ralf &#8211; sie kochen an Bord. Da sie vehement behaupten, es nicht zu können, hält Brigitte alles im Bild fest. Die anderen drei vertreiben sich die Wartezeit mit Baden. Das tun sie ausgiebig, da die Zubereitung des Menüs doch etwas länger dauert. Als alle aus dem Wasser kommen bietet sich das gleiche Bild wie vorher. Weitere Fotos entstehen, die sind kein bisschen anders als vorhin. Es ist tiefschwarze Nacht, als endlich aufgetischt wird.</p>
<p>3. Tag</p>
<p>Gegen 5.30 Uhr wird der Anker gelichtet und frühstücken auf See ist angesagt. Wir laufen unter Motor bis zu den „Bes Adalar“ (deutsch: fünf Inseln). Es weht kein Wind. Nach 5 Meilen haben wir die Inseln erreicht. Ab jetzt könnten wir Kurs auf Finike nehmen, doch wir haben noch immer keinen Wind. Eine Weile laufen wir noch unter Motor. Dann baden wir. Vorsichtshalber setzen wir dazu das Groß, um die erste Brise nicht zu verpassen.<br />
Auch Brigitte traut sich in das warme kühle Nass. Zugegeben, es ist schon außergewöhnlich, bei mehr als 1000 m Wassertiefe.</p>
<p>Bis Rasmus sich nach Stunden erweichen lässt, und uns eine Brise Wind schickt, versuchen wir uns an einem Quiz, das sich Andreas ausgedacht hat. Ralf gewinnt haushoch. Als Sieger darf er das Restaurant heute für das Abendessen  auswählen. Endlich ist bei 1 bis 2 Windstärken das Segeln nun doch noch  möglich.<br />
Plötzlich bietet die vor uns liegende See ein einmaliges Schauspiel. Wir sehen Delfine, die vor einem vorbeifahrenden Frachter bis zu 3 Meter aus dem Wasser springen. Wie schön!<br />
Am frühen Nachmittag laufen wir in der Setur Marina in Finike ein. Vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Segel. Anmeldung beim Hafen über Funk und das Dinghi wartet bereits auf uns, um beim Festmachen zu helfen. Zusätzlich werden wir von einem amerikanischen Paar unterstützt, das gerade dabei ist, sein Schiff aufzuräumen und dabei fast den gesamten Steg mit seinem Inventar zumüllt. Damit haben wir noch eine Menge Spaß.<br />
Das „Mit-dem-Wind-Anlegen“ ist jetzt nicht so einfach, da er in dieser Zwischenzeit ganz schön zugelegt hat. Doch mit unserer Crew geht das problemlos.<br />
Nach dem obligatorischen Anlegerbier ist Landgang angesagt.<br />
Ralf darf als Gewinner des Quiz eine Kneipe auswählen. Er entdeckt einen Wegweiser zu einem kleinen Bergrestaurant. Soll ein paar Stufen hinaufgehen&#8230;</p>
<p>Nach mindestens 20 Minuten Treppensteigen &#8211; und schwitzend &#8211;  werden wir durch einen atemberaubenden Blick über Stadt und Hafen und mit einem türkischen Tee entschädigt.<br />
Auf dem Rückweg zum Hafen machen wir noch im „Deniz“-Restaurant zum Abendessen Halt. Es gibt frischen Fisch und Köfte.<br />
Auf dem Rückweg kauft Andreas noch eine neue Sicherung für die elektrische Ankerwinde. Er bekommt sie, kostet allerdings 16 Euro. Zu Hause hätten wir sie für 3 bekommen. Die Frauen gehen auch nicht leer aus, sie kaufen neue T-Shirts, die zusammen nicht so teuer sind wie die Sicherung. Aber das nimmt Andreas mit einem müden Lächeln zur Kenntnis.<br />
Der Abend an Deck wird gemütlich und wir haben unseren Spaß mit den schiffaufräumenden Amerikanern, deren Inventar noch immer auf dem Steg liegt. Jetzt wird erst mal das Sternenbanner gewaschen. Natürlich mit dem Schlauch aus 4 Meter Entfernung. Das war&#8217;s dann. Wir waschen unsere „Orion“ selbstverständlich auch jeden Tag und befreien sie vom aggressiven Salzwasser. Dabei hat sich der neue Frischwasseranschluss am Heck hervorragend bewährt.</p>
<p>4. Tag </p>
<p>Ralf, Angelika und Matthias besorgen Brot und frisches Gemüse und haben, dabei ähnliche Erlebnisse wie wir es nur von Andreas kennen. Also Schwierigkeiten beim Wechseln von Geldscheinen und so weiter.<br />
Am Morgen liegt das Gerassel der Amis immer noch auf dem Steg. Sie wuseln beständig und räumen und tun, der Berg der wird dennoch nicht kleiner. Aber sie sind sehr nett und wir haben unsere Freude.<br />
Nach dem Frühstück verlassen wir Finike. Die ersten fünf Meilen schiebt uns der Motor, da der Wind hier erst später angeschaltet wird.<br />
Unser Ziel ist heute Kas. Der Wind, der jetzt kommt, weht allerdings aus Südwest und genau dort müssen wir hin. Das heißt kreuzen, etwa 45 Meilen. Da die Windstärke nie über 3 Beaufort geht, wird es wohl ein langer Segeltag.<br />
Nachdem unser Sonnendach aufgebaut ist, wird die Hitze erträglicher. Die Sonne brennt doch schon ganz schön.<br />
Als der Wind am Nachmittag nur noch schwach weht, entschließen wir uns nicht nach Kas zu gehen sondern Kastellorizo, eine kleine griechische Insel etwa fünf Meilen vor Kas, anzulaufen.<br />
Vier Meilen vor dem Ziel nehmen wir die Segel runter, da wir einige Inseln umfahren und Untiefen beachten müssen.<br />
Ralf und Matthias tauschen noch die türkische gegen die griechische Gastflagge. Nur gut dass sie schon eine halbe Stunde vor dem Einlaufen damit beginnen&#8230; Die Knoten, die Knoten, die Knoten… Brigittes Kamera hält die Prozedur selbstverständlich wieder für die Ewigkeit fest.<br />
Beim Einlaufen in die Bucht sind wir total verzückt. Wir hatten zwar schon davon gehört, aber dass es sooo schön ist! Das sollten sich Segler, die dieses Revier befahren, nicht entgehen lassen.<br />
Von der Pier, die eigentlich eine Kneipenmeile ist, winkt uns von Weitem ein Mann an einen freien Liegeplatz. Es ist Giorgio, einer der Kneipenbesitzer.<br />
Wir machen fest und liegen vor Buganker mit dem Heck an der Pier und dem Backbordbug an einer kleinen etwa 15 Quadratmeter großen Vorpier. Die Rückenlehnen der Stühle, auf denen wir später sitzen und essen, stehen keinen Meter von unserer Reling entfernt! Die blanke Idylle! Ein paar hundert Menschen wohnen auf der Insel. Es gibt auch ein paar Touristen und  Tagesgäste aus Kas, die mit einer Fähre einmal am Tage gebracht und wieder abgeholt werden.<br />
Giorgio serviert uns das Anlegerbier direkt auf die Orion.<br />
Doch es gibt noch einmal Anspannung, denn wir müssen einklarieren. Darauf werden wir von einem Polizeibeamten aufmerksam gemacht.<br />
Im Polizeibüro gibt es Stress. Etwa 15 Personen vor und im Gebäude diskutieren erhitzt und ziemlich planlos. Wir müssen warten.<br />
Als Andreas fragt, was los ist, geben die Beamten zu verstehen, dass es Probleme mit den „Yachties&#8221; gibt. Andreas  erklärt, dass wir keine machen werden. Die „stressigen Gäste“ werden aus dem Gebäude verbannt und wir ordentlich bedient. Wir bezahlen 20 Euro, bekommen unser Paper und verschwinden.<br />
Auf dem Rückweg lassen wir uns noch in einer der unzähligen Kneipen an der Pier nieder.<br />
Plötzlich sehen wir, wie eben diese Männer und Frauen mit 5 Schiffen fluchtartig den Hafen verlassen.<br />
Mittlerweile erfahren wir auch den Grund für die Aufregung. Sie wollten zollfrei einkaufen, aber die dafür vorgeschriebene Zeit von mindestens 10 Stunden nicht bleiben, weil dann die nämlich eine Liegegebühr fällig geworden wäre. Nun ja, wer segeln will, um Geld zu sparen, den trifft es eben manchmal hart. Plötzlich liegen wir ganz allein und unglaublich beschaulich.<br />
Der Abend erinnert an die Gelage des sächsischen Hofes, von denen wir manchmal von Brigitte aus ihrem Buch verlesen bekommen. Ein Tag der einfach nicht vergehen dürfte.</p>
<p>5. Tag</p>
<p>Der schönste Tag ist immer der, der vor uns liegt. Frühstück und Frühschoppen und keiner will weg<br />
Wir sind unschlüssig. Die Wasservorräte sind durchs Schiffwaschen verbraucht. Auch mit dem Rest Strom aus den Batterien ist es nicht mehr weit her. Bis Kas sind es nur 5 Meilen. Kein Törn auf den man sich freuen kann. Was tun? Ein Highlight könnte Kekova sein, mit Hassan dem „Besten Koch des Mittelmeeres“. Doch bis dahin sind es 20 Meilen und wir müssen Ankern und den nächsten Tag noch einmal. Da müssen Batterien und Wassertank voll sein.<br />
Doch Giorgio, der Kneiper hilft. Wir bekommen Strom und Wasser. Alles kein Problem, jetzt brauchen die Batterien noch drei Stunden zum Laden. Die Frauen spazieren durch den idyllischen Ort und lernen eine Deutsche kennen, die sich hier mit ihrem griechischen Mann niedergelassen hat. Brigitte bekommt einen sehr schönen Kalender geschenkt, der die Erinnerung an unsere Erlebnisse wach halten wird.<br />
Wir essen noch eine Kleinigkeit und lassen unseren Frühschoppen gegen 13.30 ausklingen.<br />
14.00 Uhr laufen wir aus und setzen die Segel. Wind kommt von hinten und wir müssen reffen. Die Ansteuerung von „Hassans Bucht“ ist nicht ohne. Sie besteht aus zwei Meerengen, davon eine in der versunkenen Stadt. Da kann man leicht mit dem Kiel an einem Bauwerk hängen bleiben. Wir nehmen die Segel runter und navigieren vorsichtig unter Motor. Das tut auch den Batterien gut.<br />
Der Anker fällt etwa 300 m von der Stadt entfernt. Mit uns ankern noch viele andere Schiffe in dieser herrlichen Landschaft. Wir baden und freuen uns auf das Essen bei Hassan.<br />
Ein kurzer Anruf bei Hassan genügt. Er lässt uns mit einem Dinghi abholen. Doch mitten in der Fahrt fällt der Motor beim Dinghi aus. Der Tankanschluss ist nicht dicht und zieht Luft. Nach wenigen Minuten ist das Problem behoben und wir legen einen Meter neben dem für uns reservierten Tisch an.<br />
Das Essen ist typisch türkisch und hat Qualität. Von unserem Platz aus können wir sogar noch den Stapellauf einer Gulet beobachten.<br />
Später bringt uns das Dinghi nonstop wieder zu unserer Orion.<br />
Wir baden noch einmal bei Dunkelheit und dann geht’s in die Kojen. Angelika und Andreas teilen sich die Ankerwachen. Sie  schlafen abwechselnd auf dem Deck.</p>
<p>6. Tag</p>
<p>Bevor der Anker gelichtet, wird erst ausgiebig gebadet und gefrühstückt. Vorsichtig navigieren wir wieder über die Häuser der versunkenen Stadt und setzen danach die Segel.<br />
Wenn früh um 10 der Wind schon mit 5 Beaufort bläst, braucht man in den kommenden Stunden nicht unbedingt mit einer Flaute rechnen. Als wir die geschützte Kekova Road verlassen, geht es richtig zur Sache. Jetzt müssen wir halsen, denn wir wollen wieder um die 5 Inseln herum oder mitten durch wenn es geht.<br />
Der Wind frischt auf und kommt aus Südwest. Nicht so schlecht &#8211; aber halb so stark wäre er uns lieber.<br />
Mittlerweile haben wir 7 Beaufort und das 1. Reff gesetzt. Wir sind schnell, im Durchschnitt 8,5 Knoten. Das liegt schon über unserer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit. Der Wind nimmt zu und die Wellen werden höher. Als Windstärke 8 in der Anzeige erscheint, reffen wir das 2. Mal. Das Schiff lässt sich jetzt wieder besser steuern, auch werden wir nicht langsamer.<br />
Angelika und Andreas wechseln sich am Steuer ab. Wir umsegeln die 5 Inseln um das Kap, obwohl das fünf Meilen mehr sind. Sicher ist sicher, wer weiß, was in der Düse zwischen den Inseln passiert.<br />
Mit 11,5 Knoten erreichen wir die Spitzengeschwindigkeit. Die Wellen sind über 3 Meter hoch und kommen achterlich. Am Ende segeln wir in 5 Stunden 40 Seemeilen<br />
Nach einer Q-Wende,  kommen wir langsam unter Landschutz. Erst durch die Inseln und dann durchs Festland. Plötzlich wird der Wind abgeschaltet und wir dümpeln vor Cavus Limani, der uns bereits  bekannten Bucht. Schnell beschließen wir, diese anzulaufen.<br />
Da wir noch Proviant benötigen, blasen wir das Beiboot auf, doch wieder weht der Wind in der Bucht ziemlich stark.<br />
Abends um 8 &#8211; Windstille. Erst wird gebadet, danach fahren die Männer mit dem Beiboot einkaufen. Als das Beiboot zurück ist,  bläst der Wind wieder mit Windstärke 7 in die Bucht, vom Land kommend.<br />
Unser Anker hält nicht, wir müssen uns wieder unter die Felsen verholen. Hier verbringen wir die Nacht. </p>
<p>7. Tag</p>
<p>Zwei Tage bleiben uns noch. Da wir zweimal hintereinander geankert haben, werden wir heute in der Marina in Kemer anlegen.<br />
Promenadensegeln an der türkischen Riviera. Wir setzen den Spinnaker und „schweben“ mit ihm drei Stunden lang in den  Norden. Als der Wind zu stark wird, holen wir ihn ein und segeln in  die kleine &#8220;Moonlight&#8221; Bucht südlich vom Hafen. Dort ankern wir vorm Club Med, baden und beobachten das lustige Treiben auf dem Wasser. 18.00 Uhr lichten wir den Anker und legen ohne Motor los. Ein schönes Manöver!<br />
Es sind nur noch 1,5 Meilen bis zum Hafen.<br />
Wir essen wieder im Navigator-Restaurant. Bei der Bestellung geht allerdings Einiges schief. Statt einer Vorspeisenplatte werden uns sage und schreibe sieben serviert. Da hat der Kellner die Bestellung  nicht durchdrungen. Glücklicherweise können wir die Hauptgerichte wieder abbestellen.<br />
Keiner von uns hatte zuvor so viele Vorspeisen gegessen. Es ist trotzdem gut.<br />
Andreas empfiehlt unserer Diskocrew das „Red Room“, die angeblich angesagteste Disco hier. Enttäuscht kommt sie zurück, da diese Disko pleite gemacht hat.</p>
<p>8. Tag</p>
<p>Unser letzter Segeltag. Wir wollen zeitig los, weil die Crew noch die Altstadt in Antalya unsicher machen möchte.<br />
Halb neun laufen wir aus, setzen Segel setzen und gleiten bei Windstärke 2 und knapp 2 Knoten dahin.<br />
Jetzt muss wieder der Spinnaker ran, sonst kommen wir heute nicht mehr ans Ziel. Damit geht es gut mit 4 Knoten. Wind nimmt zu. Bei 4 Beaufort segeln wir jetzt mit 7,5 Knoten und Antalya kommt schnell näher.<br />
Nach 3,5 Stunden kommt eine Gewitterfront aus den Bergen. Der Spinnaker muss weg. Es blitzt und donnert und ein paar Tropfen fallen. Doch wir kommen trocken in den Hafen.<br />
Angelika fährt das letzte Anlegemanöver und wir sind wieder da.<br />
233 Seemeilen zeigt das Log am Ende unseres Törns an. </p>
<p>Heute erfährt Andreas noch, dass er bald Großvater wird. Da verfliegt die Wehmut über den zu Ende gegangenen Segeltörn und es kommt Freude auf. Ein Grund zum Feiern.</p>
<p>Das machen wir beim Abendessen in einem alten Hotel. Ein Rundgang durch die Altstadt, am alten Hafen vorbei, dann bricht die letzte kurze Nacht auf der Orion an.</p>
<p>Bis zum nächsten Mal! In der Zwischenzeit können wir uns ja die 800 Fotos von Brigitte ansehen. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Welcome To Cyprus</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 19:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>
		<category><![CDATA[Antalya]]></category>
		<category><![CDATA[Side]]></category>
		<category><![CDATA[Zypern]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Tag Wer reist wird viel erleben. Mit einem Segelboot im Mittelmeer zu reisen klingt unspektakulär, denkt man doch immer an schönes Wetter. Unser Schiff, die „Orion“ liegt in Antalya und von hier wollen wir nach Zypern reisen. Die Insel umrunden wollen wir nicht, da das allein 400 Seemeilen sind. Die Windsituation wird das einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Tag</p>
<p>Wer reist wird viel erleben. Mit einem Segelboot im Mittelmeer zu reisen klingt unspektakulär, denkt man doch immer an schönes Wetter.<br />
Unser Schiff, die „Orion“ liegt in Antalya und von hier wollen wir nach Zypern reisen.<br />
Die Insel umrunden wollen wir nicht, da das allein 400 Seemeilen sind. Die Windsituation wird das einfach nicht hergeben und motoren wollen wir nur im äußersten Fall.<br />
Segler haben meist nicht den richtigen Wind. Entweder er ist zu schwach, zu stark oder kommt nicht aus der optimalen Richtung. Die ungünstigste Variante ist zu schwach und nicht aus der richtigen Richtung.<br />
Auf Nachtfahrten wollen wir möglichst verzichten, da man am Tage bei Temperaturen von über 40 Grad nicht so toll schlafen kann.<br />
So entschließen wir uns, an der türkischen Riviera ostwärts zu segeln, danach in den türkischen Teil von Zypern und dort einen Hafen anlaufen.</p>
<p>Wir starten morgens in Antalya. Nach ein paar Manövern unter Motor, um alle Systeme zu testen, setzen wir Segel und es geht mit gutem Südostwind ostwärts.<br />
Wir genießen die türkische Riviera mit den zahlreichen Hotels, welche nach unterschiedlichen Motiven errichtet wurden. Die Berge im Hintergrund, die allesamt zum Taurusgebirge gehören, runden die Kulisse ab.<br />
Wir können das wirklich genießen, denn von See sieht so ein Hotel nicht bedrohlich aus. Immerhin verbringen dort Menschen ihren wohlverdienten Pauschalurlaub.<br />
Das ist nicht unser Ding aber es stört uns nicht.<br />
Nachmittags schläft der Wind ein bzw. er weht nur noch schwach und kommt aus Ost, das bedeutet kreuzen und sehr langsam vorwärtskommen. Unser erstes Ziel Alanya werden wir deshalb teilen müssen und entschließen uns für die Ankerbucht Side 40 Meilen östlich von Antalya.<br />
Der Wind dreht dann doch wieder südlich und wir können bei langsamer Fahrt unseren Badehunger stillen. An unserer Spinnakerschwimmleine macht das Spaß und sorgt für die notwendige Kühlung.<br />
Gegen 19 Uhr erreichen wir die Bucht unter Segeln und ankern mit anderen Schiffen auf ca. 5 Meter Wassertiefe.<br />
Die Bucht bietet ein beeindruckendes Panoptikum von allen Fun Watersports:<br />
Jetski, Gleitboote, geschleppte Wasserfahrzeuge von denen durch das Zugboot versucht wird, die Mitfahrer durch Fahren enger Kurven abzuwerfen. Parasailor und ein Ultraleichtflugzeug geben der Geräuschkulisse das gewisse Etwas.<br />
Mit Einbruch der Dunkelheit zieht erst einmal Stille ein. Doch jetzt sind die Diskos dran. Deren Stehvermögen und natürlich das der Besucher ist beachtlich. Da wir unser Schlaflager nach draußen verlegt haben, bekommen wir von alledem einen stabilen Eindruck. Die Kulisse mit der alten beleuchteten Festung runden diesen ab.<br />
Wir entdecken das An-Deck-Schlafen und genießen es. </p>
<p>2. Tag</p>
<p>Nach Alanya sind es etwa 40 Seemeilen. Wir laufen kurz nach 6 Uhr aus, setzen Segel, frühstücken auf See und spannen unsere Persenning als Sonnenschutz flach über das Cockpit, damit sie uns bei den Manövern nicht mehr als nötig behindert. Ständig der Sonne bei 40 Grad ausgeliefert zu sein ist irgendwie auch gefährlich, obwohl man die Hitze nicht so direkt mitbekommt.<br />
Der Wind dreht auf Ost und wir müssen an die Kreuz. Damit werden aus den 40 Meilen ungefähr 60. Gegen 14 Uhr motoren wir, da der Wind einschläft. Die Zeit davor nutzen wir wieder zum ausgiebigen Baden auf hoher See an unserer Schwimmleine bei 1 bis 2 Knoten Fahrt.<br />
Die Kulisse ist, bedingt natürlich durch die Berge, faszinierend.<br />
Langsam verlassen wir den Westtaurus und begeben uns in den Ostteil. 15 Uhr kommt der Wind wieder und weht schwach aus Süd. Wir können wieder segeln und baden, da es sehr langsam vorwärts geht.<br />
18 Uhr machen wir den Motor an, räumen das Schiff auf und erreichen 19 Uhr Alanya. Im neugebauten Yachthafen eine Meile westlich der alten Festung machen wir fest. Alles ist noch etwas steril, zum Teil werden noch Läden gebaut aber der Service ist in Ordnung. Der Hafen befindet sich außerhalb von Alanyas Zentrum das etwas weiter östlich liegt.<br />
Da uns am 2. Tag unser viel gepriesener und nicht billiger Computer im Stich lässt, benötigen wir noch etwas detailliertes Kartenmaterial und weitere Informationen.<br />
Durch den Erwerb des neuesten Revierführers erfahren wir, dass die etwas vernachlässigte östliche Region in den letzten Jahren aufgeholt hat.<br />
Bemerkenswert ist auch noch, dass wir bis jetzt kein einziges segelndes Boot gesehen haben. Wir glauben also die Einzigen zu sein, die so einen Trip wagen.<br />
Wir lassen den Tag ausklingen und genießen wieder draußen schlafend die Nacht.</p>
<p>3. Tag</p>
<p>Gegen 10 Uhr laufen wir aus. denn wir wollen nur bis Gazipascha etwa 30 Seemeilen östlich von Alanya.<br />
Mit dem neuen Informationsmaterial planen wir um, denn ursprünglich wollten wir von Alanya direkt nach Zypern gehen, was mindestens eine Nacht auf See bedeutet hätte. Mit jeder Minute östlicher Reise verkürzt sich die Überfahrt.<br />
Außerdem spricht der beständige Ostwind dagegen.<br />
Der Tag verläuft unspektakulär mit viel Badespaß und unzähligen Kreuzschlägen. Wieder ist uns kein einziges segelndes Schiff begegnet.<br />
Wir laufen gegen 18 Uhr in Gazipascha ein. Festmacher gibt es nicht und wir ankern mitten im Hafen mit zwei weiteren Segelschiffen.<br />
Nach einem köstlichen Abendessen an Bord, blasen wir mit unserem Kompressor das Beiboot auf und gehen auf Landgang.<br />
Der Ort besteht aus einem schönen Strand, einigen Häusern, einem kleinen Hafenkiosk mit ca. 4 Quadratmetern Verkaufsfläche und vielen Fischern, die unermüdlich arbeiten.<br />
Eine beleuchtete Burgruine runden das Ambiente ab.<br />
Wir planen noch den nächsten Tag und entschließen uns, noch weiter nach Osten zu gehen, um das berühmte Kap Anamur mit einem der weltbekannten Leuchttürme zu runden.</p>
<p>4. Tag</p>
<p>Vor uns liegen 44 Meilen und der Wind soll vorerst weiter aus östlichen Richtungen wehen. Das bedeutet wiederum zeitig Anker lichten.<br />
Das Beiboot verstauen wir auf dem Vorschiff. Kreuzen und guter Wind von 4 bis 5 Beaufort lassen das Baden heute vorerst kurz kommen. Gegen 16 Uhr, etwa 8 Meilen vor Kap Anamur schläft der Wind plötzlich ein und wieder siegt die Badelust.<br />
Doch eine halbe Stunde später kommt Rasmus plötzlich aus dem Westen und zwar mit 5 bis 6 Windstärken, in Böen sind es sogar teilweise 7.<br />
Das bedeutet, platt vorm Laken bei 8 bis 9 Knoten surfen und hart arbeiten. Die Fock baumen wir aus und setzen den Bullenstander, um bei einer drohenden Patenthalse größeren Schaden zu vermeiden.<br />
Jetzt macht uns das auf dem Vordeck liegende Beiboot die Arbeit schwer. Die alte Regel: Mache immer das was du machen musst, auch wenn es noch so schwerfällt, bestraft uns. Das Boot aus dem Weg räumen ist jetzt strapaziös aber der Geschwindigkeitsrausch lässt uns diesen Stress schnell vergessen. Und wir werden unser Ziel wieder segelnd erreichen entgegen allen Wahrsagungen einschlägiger Revierkenner, die uns einen motorsegelnden Trip vorhergesagt hatten. Vielleicht unterscheidet uns unsere Geduld von denen.<br />
Übrigens waren wir wieder die Einzigen in unserem Sichtkreis!<br />
Doch zurück zum Segeln. Kap Anamur erreichen wir gegen 17.30 Uhr. Der Leuchtturm mit dem Leuchthaus ist in den Felsen gebaut. Ein faszinierendes Bauwerk. So ist es oft beim Segeln, genießen und arbeiten gleichzeitig, das haben wir gelernt. Jetzt müssen wir halsen. Da wir wissen, dass dieses Manöver bei mehr als 5 Windstärken eine Materialschlacht ist, entscheiden wir uns für die Q-Wende, die „Weicheimethode“. Sie schont aber das Material und führt letztlich zum gleichen Ergebnis, das Heck durch den Wind zu bringen.<br />
Das Manöver gelingt. Die Fock müssen wir nicht schiften, da der Wind jetzt etwas vorlicher über Backbord einfällt.<br />
Wir bereiten uns schon auf das Manöver des Segelbergens unter diesen Wind- und Wellenbedingungen vor, die Wellenhöhe beträgt jetzt ca. 2 Meter, als 3 Meilen vorm Hafen plötzlich der Wind wieder einschläft und, kein Scherz, wir können noch einmal baden!<br />
Nachträglich erfahren wir, dass dieses Kap Anamur für diese Gegebenheit bekannt ist und auch seinen Namen danach erhielt. Anamur kommt von Anemo, was Windrose bedeutet.<br />
Wir laufen als einziges Segelschiff in den Hafen ein, wo uns der Hafenmeister schon sehnsüchtig und Arme schwingend erwartet. Wir gehen längsseits an die verlassene Pier und liegen wieder wunderschön mit tollem Ambiente in Bozyazi.<br />
Später fährt uns der Hafenmeister, der von Beruf eigentlich Taxifahrer sein will, dessen Taxi sich aber infolge eines technischen Defekts in einer Werkstatt befindet, weil ein spezielles Teil fehlt, mit einem 20-Personen-Bus, der höchstens noch 30 km/h fährt, was bei der bergigen kurvenreichen Strecke auch genug ist, nach Anamur in eine stilvolle Kneipe. Wir essen fürstlich und lassen hier den Tag ausklingen.<br />
Wir wollen auch nicht vergessen, dass wir uns hier in anderen Kulturen bewegen, deren Bauwerke teilweise 3000 Jahre alt sind. Können wir doch nur auf eine Kultur von ca. 1000 Jahren zurückblicken. Wer weiß, was bei uns in 2000 Jahren abgeht…<br />
Morgen werden wir den Sprung nach Zypern wagen. Nur noch 50 Meilen bis dahin, die darauf warten, gesegelt zu werden. Vom Festland aus auf eine Insel zu fahren ist immer ein besonderes Erlebnis.</p>
<p>5. Tag</p>
<p>Kurz vor 6 aufstehen, Schiff waschen, Wasser bunkern und ablegen. Nach 15 Minuten unter Motor Segel setzen. Der Wind ist gut, er kommt aus Ost mit 4 Stärken. Das haben wir einer Wärmegewitterfront zu verdanken, die sich etwa 2 bis 3 Seemeilen östlich von uns entfaltet. 3 Stunden können wir von diesem Schauspiel profitieren, dann wird der Wind weniger und dreht ganz langsam über Nord nach West. Die Stärke pendelt zwischen 2 und 3. Damit machen wir 3 bis 4,5 Knoten Fahrt und können segeln. Wir baden ausgiebig und freuen uns, dass wir beim Queren der Schifffahrtslinien keine Kollisionen befürchten müssen, da die Frachter wirklich ausweichen. Es ist 16 Uhr, nun müssen wir rechnen. Bis 20 Uhr ist es hell, also haben wir noch 4 Stunden für 20 Meilen. 4 Knoten Fahrt sind dafür zu wenig.<br />
Was ist eigentlich mit unserem Spinnaker? Der ist neu, hat viel Geld gekostet und sogar einen Bergeschlauch, eine Einrichtung mit der man das große Tuch vom Vordeck aus beim Setzen und Bergen komfortabel bändigen kann. Er befindet sich seit 3 Monaten an Bord. Fürs Spi-Segeln, zumal dieser noch nie gesetzt wurde und wir nicht genau wissen ob er passt, benötigt man eigentlich 3 Personen. Nun gut, der Autopilot ersetzt eine, aber, passt er überhaupt? Also los geht’s. Doch das Beiboot liegt immer noch auf dem Vorschiff. Kompressor raus, abgepumpt und verstaut. Eine Sache von 10 Minuten! Verdammt, das dürfen wir uns nicht wieder antun.<br />
Alles funktioniert und weitere 10 Minuten später ziert der Ballon unser Schiff. Noch ein paar Trimmeinstellungen und alles ist optimal. Gespannt schauen wir auf die Logge…3,5…4…4.3…..4,8…zwischen 5,0 und 5,2 Knoten pegelt sie sich ein. Wir freuen uns als hätten wir etwas erfunden. Also das können wir jetzt unter Segeln schaffen. Die Sicht ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit stark eingeschränkt. Es sind kaum mehr als 4 Seemeilen. Somit müssen wir uns für den Ruf „Land in Sicht“ lange gedulden.<br />
Gegen 18.30 Uhr ist es dann soweit, die gewaltige Bergkulisse, es sind immerhin knappe Zweitausender und viele Lichter tauchen aus dem Dunst.<br />
Wir segeln bis kurz vor die Hafeneinfahrt. Dann muss alles schnell gehen. Den Spi haben wir schon vor 20 Minuten geborgen.<br />
Doch was ist das? Der bereits laufende Motor geht aus. Bis zur Einfahrt in den alten Hafen mit der imposanten Kulisse, sind es noch 100 Meter…<br />
Angelika setzt schnell die Fock, somit können wir wieder segeln und sind manövrierfähig. Ich gehe in den Motorraum. Der Anlasser ist wie blockiert, doch es ist nicht der Anlasser, es ist diese vollelektronische Anlasseinrichtung, EVC genannt. Ich habe es immer mit solider Elektromechanik gehalten. Diese Steuerung war mir seit Lieferung suspekt. Immerhin sind der Motor und alles drum herum neu. Das Telefonat mit dem Hersteller am nächsten Tag bestätigt meine Feststellung: die EVC-Einheit muss ausgetauscht werden – ein Serienfehler….<br />
Nach 10 Minuten haben wir die Sache im Griff und der Motor läuft wieder zuverlässig. Fock runter und rein in den alten Hafen von Kyrenia, türkisch auch Girne genannt. Die alte Burg, der Hafen, die Schiffe &#8211; einfach überwältigend. Das muss man gesehen haben, da es nicht zu beschreiben ist und es würde den Rahmen meines kleinen Berichtes sprengen. Die Geräuschkulisse ist aber ebenfalls atemberaubend und so empfinden wir es nicht als unangenehm, dass kein Platz für uns frei ist und wir in den Commercial Harbour, indem sich auch der Yachthafen befindet, einlaufen müssen. Der unglaublich beflissene Hafenmeister hilft uns am einzig freien Platz festzumachen, weist uns aber darauf hin, dass wir noch zur Polizei im Fährterminal zum Einklarieren müssen, die Polizeistation aber erst gegen 23 Uhr wieder besetzt ist.<br />
Der Weg zur Polizei führt uns an einigen besetzten, aber klimatisierten und mit Vorhängeschlössern gut gesicherten Gefängniszellen vorbei direkt zum Terminal. Durch die Gitter können wir sogar einige schlafende Gefangene sehen.<br />
Schon stehen wir vor dem Polizisten, ein unglaublich schöner Mann, wie Angelika findet. Er zaubert uns einen riesigen Stempel in den Pass und die Nacht kann beginnen.</p>
<p>6. Tag (1. auf Zypern)</p>
<p>Wir wollen Zypern entdecken.<br />
Nach dem Frühstück geht es zum Hafenbüro indem uns eine Frau betreut, die mindesten noch schöner ist als der schöne Polizist von gestern Nacht, wie ich finde.<br />
Die schöne Frau offeriert uns als erstes, dass der schöne Polizist, wahrscheinlich von Angelikas oder der eigenen Schönheit so geblendet war, dass er uns diesen Stempel versehentlich in den Pass gemacht hat und wir damit auch wenn wir noch so schön sind, Probleme vor allem im griechischen Teil, denn die Insel ist politisch geteilt, haben werden.<br />
Also der Stempel muss wieder raus und wir wieder zur Polizei.<br />
Diesmal empfangen uns mehrere Polizisten, die nicht so schön sind wie der von gestern Nacht, aber die sich dafür etwas besser auskennen. Zwar gibt es unterschiedliche Auffassungen über das Entfernen, was darin gipfelt, dass man uns in die Hauptstadt nach Nikosia schicken will, aber es dann doch bei einem sehr einfachen, gestempelten „Cancelled“ belässt.<br />
Verbal bekommt der „Schöne Polizist“ von gestern Nacht keine besonderen Kritiken, was wiederum zeigt, dass es schöne Menschen auch schwer haben können. Nun vielleicht wird er demnächst versetzt an eine Schule für schöne Polizisten und kann dort seine Stempelerfahrungen weitergeben.<br />
Dem Wunsch meinerseits, das „Cancelled“ mit einer Unterschrift zu versehen, wird stattgegeben.<br />
Der Stempel gehört jedenfalls auf ein kleines Blatt Papier „White Paper“ genannt, welches wir immer mitführen müssen.<br />
Inzwischen hat die noch schönere Frau im Hafenbüro auch einen nicht ganz so schönen Mietwagen für uns organisiert.<br />
Nach einiger Wartezeit, die wir im Büro der Schönen mit Internetsurfen verbringen, kommt der Wagen, ein Ford Mondeo Kombi, was aber keine Rolle spielt. Vielmehr aber die Tatsache, dass das Lenkrad rechts eingebaut ist und somit der Fahrer auch rechts sitzen muss, was wiederum darauf hindeutet, dass hierzulande auf der linken Seite gefahren wird. Nun ja, wir lernen….<br />
Wir fahren als Erstes, natürlich auf der linken Straßenseite, zu einem Badestrand, kühlen uns ab und lassen den Tag im alten Hafen mit dem atemberaubenden Ambiente ausklingen.<br />
Natürlich schlafen wir wieder an Deck. Die Musik stört uns schon lange nicht mehr. Der Mond, das beleuchtete Hilarion Kastell, welches wir von unserem Schlafplatz beobachten können und die ein- und auslaufenden Fähren gehören nun zu unserem Leben.</p>
<p>7. Tag (2. auf Zypern)</p>
<p>Wir fahren nach Nikosia. Das sind etwa 40 Kilometer durch bergiges Land. Wie gesagt, das Land ist geteilt, was auch für die Hauptstadt gilt. Der türkische Teil ist eine eigene Republik, die Türkische Republik Zypern. Der andere Teil steht unter griechischer Verwaltung, ist aber ein eigenständiges Land. Die Teilung hat eine politische Geschichte, auf die ich hier nicht weiter eingehen will. Die Türken sind damit ganz glücklich, die Griechen wohl weniger, da Ihnen die schönen Nordstrände fehlen.<br />
Es gibt, übrigens auf beiden Seiten nur unscheinbare Hinweise auf die Grenzübergänge. Wir suchen uns einen Parkplatz und pilgern durch Nikosia. Es ist trotz der Teilung eine interessante Stadt.<br />
Am Grenzübergang in den Südteil holen wir uns den Stempel auf unser „White Paper“ und besuchen den griechischen Teil.<br />
Der Unterschied liegt vor allem in der Religion. Die eine lässt sich eben von der anderen nicht gern unterdrücken.<br />
Dieses Problem haben dann die Türken auf ihre Art und Weise gelöst.<br />
Der Grenzübergang selbst erinnert an DDR-Zeiten. Es geht aber ziemlich entspannt zu.<br />
Im griechischen Teil sitzen wir in einem Straßencafe und trinken Orangensaft im türkischen gehe ich zum Friseur, meine schönen Locken legen lassen, während Angelika shoppt. Mit dem Auto wollen wir noch nach Famagusta an der Ostküste, im türkischen Teil der Insel.<br />
Eine schöne alte Stadt, nur der Hafen ist nicht mit in dieses Ambiente eingebunden.<br />
Bemerkenswert ist noch eine alte romanische Kirche, mit einem Minarett kombiniert. Das nenne ich religiöse Toleranz….<br />
Durch die Berge zurück an die Nordküste nach Kyrenia führt uns unser Weg in unsere „Orionheimat“. Die Bergpässe mit dem Auto zu bereisen ist immer eine Herausforderung. So ungefähr auf dem höchsten Punkt, versagt der Motor unseres Fords plötzlich den Dienst. Wir erinnern uns gleich an den Spruch: „Mit dem Ford fort &#8211; mit dem Zug nach Hause…“, können darüber aber dann doch schnell wieder lachen, da wir das Gefährt wieder zum Laufen bringen.<br />
Ein Abendessen wieder im alten Hafen von Kyrenia rundet auch diesen Tag ab.</p>
<p>8. Tag (3. auf Zypern)</p>
<p>Mein Bericht beschreibt heute nicht so sehr die Landschaft, sondern mehr die Erlebnisdetails. Wir finden sie so spannend, dass sie einfach unter dem Motto „Wenn’s läuft, dann läuft’s“ festgehalten werden müssen.</p>
<p>Heute wollen wir mit dem Auto den Südteil bereisen und die Städte Larnaka und Limassol besuchen.<br />
Zeitig aufstehen, frühstücken und los.<br />
Die Strecke nach Nikosia kennen wir ja bereits, nun geht es darum, den Grenzübergang für Fahrzeuge zu finden. Das ist nicht einfach, da die Hinweise dazu auf türkischer Seite ziemlich spärlich sind. Später wissen wir, es ist auf der griechischen noch extremer, da die Griechen die zyprisch-türkische Republik bekanntlich nicht anerkennen.<br />
Es soll ein spannender Tag werden, deshalb werde ich mich in meiner Berichterstattung auf das Wesentliche konzentrieren.<br />
Nachdem wir den Checkpoint nach mehreren Anläufen finden, das Grenzprozedere. Auf türkischer Seite keine Kontrolle. Auf griechischer fragt man uns nach der Versicherung für den Ford. Das ist eine spezielle Police, welche man im griechischen Teil haben muss. O.K. &#8211; haben wir nicht. Dann verkaufen sie uns bitte eine. Geht nicht, da das Büro nur von Montag bis Freitag geöffnet ist und heute ist Sonntag. Gibt es keine Möglichkeit? Nein, keine.<br />
Was können wir machen?<br />
1. Auto stehen lassen und neues Auto mieten.<br />
2. Auto stehen lassen, mit dem Bus zur Zentralstation und von dort mit dem Bus nach Limassol<br />
3. umkehren und den türkischen Teil der Insel bereisen.<br />
Da sich eine Bushaltestelle unmittelbar an der Grenzstation befindet, entschließen wir uns für eine Kombination aus 1.und 2.<br />
Der Busfahrer begrüßt uns mit einem politisch motiviertem: „Welcome to Cyprus!“ Da stellt sich uns die Frage: Wo waren wir denn bis jetzt?<br />
Wir fahren also zur Zentralstation und versuchen hier ein Mietauto zu bekommen. Alles geht hier ziemlich chaotisch zu und vor unserer Nase schnappt uns gerade einer den letzten freien Wagen weg. Die nächste Autovermietung hat geschlossen.<br />
Verzweifelt fahren wir nun doch mit dem Bus. Der Bus ist neu und klimatisiert. Wo wollen wir denn eigentlich hin? Natürlich nach Limassol. Wir denken: ein Stadtzentrum wird es schon geben und dort wird der Bus schon hinfahren.<br />
Der Bus fährt aber entlang der gesamten Küstenstraße, welche etwas an Piräus erinnert. Zuletzt sitzen, wie wir später wissen, nur noch eine Malteserin, eine Israelin und wir beide im Bus und die Umgebung an der Strecke wird immer industriemäßiger. Schließlich bleibt der Bus im Industriehafen stehen und wir schauen dumm drein. Der Versuch, ein Taxi zu chartern schlägt fehl, da gibt es hier keins und der Bus fährt erst in zwei Stunden zurück!<br />
Glücklicherweise klärt uns ein philippinische Matrose über die Verkehrssituation auf. In 10 Minuten soll ein Stadtbus fahren. Das ist aber nicht so sicher, es kann auch eine Stunde dauern. Es ist heiß und rund herum nur Beton.<br />
Wir verbünden uns mit den zwei jungen Damen und kommen dann nach ca. 40 Minuten, nachdem uns der Stadtbusfahrer noch 20 Minuten im heißen Beton warten lässt, während er sich mit dem anderen aus seinem klimatisierten Cockpit unterhält, mit dem Bus doch noch ins Zentrum und trennen uns von ihnen.<br />
Was machen wir? Erst mal an den Strand, abkühlen. Wenn treffen wir dort? Die Malteserin. Sie erzählz uns, dass sie in Nikosia arbeitet, weil man dort mehr verdient als auf Malta.<br />
Schließlich machen wir doch noch einen Stadtrundgang. Die Wiesen der Uferpromenade sind belagert von Hunderten oder gar Tausenden von Flüchtlingen aus den asiatischen Raum. Alle sind gut gekleidet und stören eigentlich nicht. Auch die Stadt ist voll mit ihnen. Leider müssen wir 15.45 Uhr an einer bestimmten Haltestelle sein, da der letzte Bus nach Nikosia gegen 16 Uhr fahren soll.<br />
Das klappt. Der Bus kommt etwas später, ist aber ein 20-Sitzer, wie der des Taxifahrers in Bozyazi und etwa in dem gleichen technischen Zustand. Die Klimaanlage funktionierte früher einmal. Da alle Fenster geöffnet sind, gibt es nur bei Stoppeinlagen einen enormen Hitzestau, so dass man die Luft anhalten muss, bis es weiter geht.<br />
Erstaunlich ist noch festzustellen, dass nach weiteren drei Haltestellen alle Sitzplätze besetzt sind und niemand mehr mitgenommen wird. Der Bus hält dann an und erklärt den Wartenden dass nichts mehr geht. Sehr anständig…<br />
Jetzt wissen wir auch, warum wir unbedingt an dieser Haltestelle sein mussten…<br />
Allerdings hatten wir bereits mit der Malteserin vereinbart, gemeinsam mit dem Taxi zurück zu fahren, wenn etwas schief gehen sollte.<br />
Schließlich gelangen wir nach Nikosia zur Zentralstation. Nun müssen wir nur noch mit dem Stadtbus zur Grenzstation, wo unser Auto wartet.<br />
Der Busfahrer, übrigens der gleiche, der uns am Morgen fuhr, kennt die Station nicht mehr und will auch nicht mehr wissen, dass er uns am Morgen schon mitgenommen hatte und fährt los.<br />
Als alle Fahrgäste den Bus wieder verlassen haben, bedeutet er uns, dass auch wir aussteigen sollen. Ich übe gehörigen verbalen Druck auf ihn aus. Plötzlich stellt er das Gefährt in einer ziemlich verlassenen Gegend ab, nimmt seine Kasse, steigt aus dem Bus, verschließt ihn von außen und haut ab…<br />
Bevor wir realisieren was abläuft, sind wir in einem Bus gefangen.<br />
Was tun? Scheibe einschlagen? Nach kurzer Inspektion betätige ich die Notentriegelung der Vordertür, ich öffne die Plombe, entlüfte den Federspeicher und ziehe die Tür auf. Wir sind draußen &#8211; und erst einmal erleichtert.<br />
Der Busfahrer hat sich in der Zwischenzeit vielleicht 200 Meter vom Bus entfernt.<br />
Da er ja im Moment unser einziger sozialer Ansprechpartner ist, entschließe ich mich, die Verfolgung aufzunehmen. Mit einer Laufeinlage, die mich an meinen Marathonlauf in New York erinnert, komme ich ihm näher. Als er das mitbekommt, rennt er als ginge es um sein Leben. Die Situation ist grotesk.<br />
Angelika bewacht in der Zwischenzeit den verlassenen aber offenen Bus.<br />
Plötzlich kommt Polizei, die wahrscheinlich von einem PKW-Fahrer, den der  Busfahrer in seiner Verzweiflung stoppte, gerufen wurde und noch so ziemlich alles was Rang und Namen hat, auch von der Busverwaltung.<br />
Wir klären die Polizisten über die Situation auf. Die Polizei erklärt uns wiederum, dass es ein Problem zwischen Türken und Griechen gibt. Das erscheint uns unlogisch, denn dieses hier liegt eindeutig auf griechischer Seite.<br />
Der Busfahrer, der sich inzwischen wieder an der Basis eingefunden hat, wird in die Mangel genommen und muss wieder in den Bus. Für uns wird ein Taxi bestellt, das uns zur Grenzstation bringt.<br />
Die Rückreise mit unserem Ford verläuft dann problemlos, nachdem wir auf Anweisung des griechischen Grenzpersonals dann doch noch einen Schlenker durch griechisches Territorium, ohne gültige Versicherung, machen müssen, um wieder in die Spur zu kommen. Eigentlich sind wir froh, wieder im türkischen Teil zu sein. Angelika arbeitet den Tag nochmals auf und wir haben noch tagelang viel Spaß damit. Sie hat noch nie in Ihrem Leben einen flüchtenden Busfahrer gesehen.<br />
Übrigens gab ich die Verfolgung auf, weil ich ihn ja hätte verprügeln müssen, um glaubwürdig zu bleiben. Der Gerechtigkeit halber hätte ich dann auch noch den Busfahrer der uns in den Industriehafen fuhr und den Stadtbusfahrer, der uns 20 Minuten in der Hitze stehen ließ und sich aus dem klimatisierten Cockpit seines Busses, mit dem anderen Verprügelungsreifen unterhielt, verprügeln müssen. Das wollte ich uns ersparen, aber es war ja auch so schon erlebnisreich genug.<br />
Der Abend verläuft wie fast immer. Essen im Yachthafenrestaurant, indem man auch zollfrei einkaufen kann.<br />
Wir wollen noch einen Tag länger bleiben und informieren die Mietwagenfirma darüber. Vielleicht fahren wir noch einmal mit Versicherung über die Grenze…<br />
Abends kommt dann der Agent der Mietwagenfirma, um den Mietvertrag zu verlängern.<br />
Im Gespräch über unser Vorhaben erfahren wir dann, dass wir mit diesem Wagen die Reise in den griechischen Teil aus versicherungsrechtlichen Gründen hätten gar nicht antreten dürfen… welche Kausalitäten!<br />
Wir machen unseren Entschluss rückgängig, geben das Auto ab und wollen den nächsten Tag in Kyrenia verbringen.<br />
Was für ein Tag.<br />
Der Abend wird lang, bevor wir einschlafen können. Müssen wir doch das Erlebte noch aufarbeiten.</p>
<p>9. Tag (4. auf Zypern)</p>
<p>Wir bereiten uns auf die Rückreise vor, ruhen uns aus und kaufen noch etwas ein.<br />
Dann gehen wir zeitig schlafen, denn wir wollen gegen Mitternacht auslaufen.<br />
Es soll guten Wind aus West bis Nordwest geben. Damit können wir wieder nach Bozyazi zurück, oder wenn wir die Höhe nicht halten können, nach Aydincik gehen.<br />
Abendessen in der Yachthafenkneipe.<br />
Reminiszierend finden wir die türkische Seite von Zypern etwas gemütlicher und auch die Menschen etwas entspannter.<br />
Da ich auch schon in Griechenland arbeitete und Projekte mit verschiedenen Teams verwirklichte, bestätigt sich mein Eindruck, dass die Türken besser zu uns passen als die Griechen. Aber auch das hat bestimmt etwas mit Kultur und Religion zu tun.</p>
<p>10. Tag</p>
<p>0.00 Uhr ist Ablegen. Wir sind hoch motiviert und haben uns vorbereitet. Beim Auslaufen fällte die Backbordlaterne aus. Früher konnte man noch eine Glühlampe wechseln. Jetzt haben wir LED und den Salat.<br />
Wir setzen Segel und merken bereits an der Dünung, dass uns Einiges bevorsteht.<br />
Und so ist es. In so einem Moment fällt dann noch die neue Instrumentenbeleuchtung aus. Alles ist automatisch und sensorgesteuert…<br />
Wenigstens die Magnetkompassbeleuchtung funktioniert und der Autopilot. Außerdem haben wir eine schöne Maglite-Taschenlampe.<br />
Der Wind kommt mit 5 aus Nordwest und wir können Bozyazi nicht ganz halten. Die Sicht ist unheimlich gut, ich schätze 30 Kilometer.<br />
Der Wind wird stärker und dreht langsam auf West und wir reffen. Jetzt segeln wir besser. In Böen sind es jetzt 7 und die Wellen kommen über. Eine überspült das Schiff und wir sind komplett nass. Das passiert dann noch mehrmals. Das ist aber nicht schlimm, da es warm ist. Die Temperatur beträgt etwa 30 Grad und das nach Mitternacht. Da das Wasser die gleiche Temperatur hat, ist es fast wie entspanntes Baden….<br />
Mit 7 bis 8 Knoten kommen wir sehr schnell voran und gewöhnen uns an die Bedingungen.<br />
Nach 25 Meilen können wir immer noch das beleuchtete Hilarion Kastell sehen, auf der Festlandseite tauchen die ersten Lichter auf.<br />
Die Schifffahrtslinien haben wir im Griff. Das ist bei der Geschwindigkeit leicht. Der Wind nimmt langsam ab<br />
Mittlerweile können wir auch Kurs auf Bozyazi nehmen und freuen uns schon auf den Hafenmeister.<br />
10 Meilen vor dem Ziel müssen wir ausreffen. Der Sonnenaufgang im Osten entschädigt uns von den Strapazen und wir können an Deck frühstücken.<br />
Mit der letzten Mütze Wind erreichen wir schließlich den Hafen und legen mit Hilfe unseres Hafenmeisters an.<br />
Doch was ist das? Ein weiteres Schiff läuft ein. Eine 20 Meter-Ketsch, übrigens bekannt aus der Celebi-Marina in Antalya. Hat aber den Hafen gewechselt und liegt mittlerweile in Finike.<br />
Diesmal kochen wir selbst und unser Hafenmeister ist ein bisschen sauer, kann aber die Crew der Ketsch überreden, mit seinem Bus zur nächsten Kneipe zu fahren.<br />
Sein Taxi sei immer noch defekt. Na ja, vielleicht war es auch nur eine Ausrede.<br />
Nachts kommen dann immer die Angler und belagern die Pier, allerdings sind diese äußerst diszipliniert und tun so als wären sie gar nicht da. Sehr angenehm.</p>
<p>11. Tag</p>
<p>Wir bleiben im Hafen, da der Wind ziemlich stark aus Ost wehen soll.<br />
Wir entspannen und genießen das Ambiente der türkischen Küste.<br />
Touristisch ist hier nicht mehr so viel los wie in Antalya oder Alanya, aber das ist auch sehr angenehm. Die Hotels sind klein und man kann sie an einer Hand abzählen.</p>
<p>12. Tag</p>
<p>Weiter geht es Richtung Westen. Es soll Ostwind geben und wir legen zeitig ab.<br />
Die Dünung ist, infolge des starken Windes vom Vortag und nachts, noch hoch und der Wind kommt schwach aus Ost. Segler wissen, dass das kein Traumsegeln zulässt, da die Segel schlagen, weil der Wind sie nicht voll halten kann.<br />
Wir Motoren bis Kap Anamur und genießen noch einmal das Anamurium, eine alte Ruinenstadt und den Leuchtturm bzw. das Leuchthaus.<br />
Dann setzen wir Segel und versuchen alles. Nach 4 Stunden und 12 gesegelten Meilen werfen wir den Motor wieder an.<br />
Wir laufen 4 Stunden unter Motor und erreichen Gazipascha, unser eigentliches Tagesziel. Doch es ist erst 15 Uhr und was wollen wir jetzt schon im Hafen?<br />
Weiter geht es nach Alanya. Der Wind frischt auf und wir setzen Segel, Großsegel und Spinnaker.<br />
18.30 Uhr schläft der Wind wieder ein. Wir räumen auf und gehen die letzten 7 Meilen unter Motor.<br />
Das war heute unser Motortag:  45 von insgesamt 68 Meilen unter Motor.<br />
Na, dann ist dieser wenigstens auch mal wieder eine längere Zeit gelaufen und wir haben etwas Kraftstoff verbraucht. Die Tanks sind ja noch fast voll.<br />
Alanya begrüßt uns mit Abendstimmung und ein tolles Menü im Yachthafenrestaurant auf der Hafenmole, runden den Tag ab. Das Restaurant hat Gourmetqualität und muss sich hinter unserem Yoma-Hafenrestaurant in Antalya nicht verstecken.<br />
Eine alte Bekannte, die „Summerset“, eine 20 Meter Stahlketsch treffen wir an Land liegend. Dieses Schiff sollte vor einiger Zeit in unserer Werft instand gesetzt werden, der Eigner entschloss sich aber für die aufwändigere Methode.<br />
Ich war deshalb mit Angelika extra in Finike um ein umfangreiches Angebot zu erstellen. Das Eignerehepaar aus der Schweiz trafen wir in Alanya nicht.<br />
Wir schlafen, wie immer, an Deck.</p>
<p>13. Tag</p>
<p>9.00 Uhr laufen wir aus und die Bedingungen sind exzellent. Wind aus 60 Grad von Backbord, Stärke 3 bis 4 ein Traumsegeltag, auch mit Badeeinheiten. Unsere Persenning schützt uns vor direkter Sonneneinstrahlung. Gefrühstückt wird wieder an Deck und wir genießen das Ambiente.<br />
Diesmal wollen wir in den alten Hafen von Side. Schon von weitem sehen wir die Ruinen und wir bereiten uns auf das Einlaufen vor. Mit der letzten Mütze Wind schaffen wir es bis vor die Hafeneinfahrt. Ein auslaufendes Boot deutet uns, wir sollten uns weiter Steuerbord halten. Die Strömung drückt uns aber immer wieder nach Backbord. Beim zweiten Versuch klappt es. Der Hafenmeister erwartet uns bereits Arme schwingend und wir legen mit dem Heck zur Pier und dem Buganker an. Das Manöver ist nicht so leicht, da ziemlich viel Schwell im Hafen steht und die Gulets den Rest erledigen. Jedes Manöver wird von dutzenden Schaulustigen begleitet.<br />
Wir sind in Side, einer Touristenhochburg. So geht es hier auch zu. Anmache an jedem Restaurant. Das blieb uns bisher erspart, bewegten wir uns immer außerhalb dieser Ballungen.<br />
Wir wählen ein Restaurant mit der wenigsten Anmache und siehe da, wir treffen unsere alten Bekannten aus Bozyazi.<br />
Die Nacht wird spannend, denn direkt am Hafen gibt es eine High-Tech-Disco und wir sind so gut wie mitten drin. Mit dem Schiff in einer Disko und es gibt Techno vom Feinsten.<br />
Das wussten wir aber vorher und haben es so gewählt.<br />
Angelika schläft diesmal unter Deck, da sie vor Müdigkeit das Ende der Diskonacht gegen 4.00 Uhr nicht miterleben kann.<br />
Die Aktivitäten im Hafen sind nicht zu beschreiben, deshalb möchte ich es auch dabei belassen.<br />
Das Ambiente ist jedenfalls unschlagbar.</p>
<p>14. Tag</p>
<p>Das sollte der Letzte unserer Reise werde. Wir sind natürlich etwas müde und wollen relaxen, laufen 8.00 Uhr aus, liegen 300 m vor dem Hafen in der Flaute und frühstücken.<br />
Beim Auslaufen bei spiegelglatter See sehen wir dann noch das Problem, welches wir beim Einlaufen nur durch Hinweise bemerkten. Da liegen auf der Backbordseite riesige Steinbrocken, die uns womöglich hätten Schwierigkeiten bereiten können.<br />
Nach einer Stunde kommt der Wind, erst schwach, dann immer stärker und weht schließlich mit 5 und er kommt wieder von Backbord. Damit werden die 40 Meilen zum Kinderspiel. Uns ist so als geht es in die Heimat.<br />
Erst recht beim Einlaufen in die Antalyabucht. Hier kennen wir jedes Haus und die Hotels, da wir in vielen bereits wohnten.<br />
Wir machen noch einen kleinen Abstecher und segeln einige Meilen an der Promenade entlang. Das tun wir meistens, wenn die Bedingungen gut sind.<br />
Im Hafen Segel runter. Das Serviceboot hilft uns beim Festmachen und wir sind wieder da.<br />
Noch nicht richtig festgemacht, kommt der Besitzer des Yachtzubehörmarktes und drängt uns, am nächsten Tag die internationale Regatta mitzufahren. Ein Blick in Angelikas Antlitz und wir sagen innerhalb weniger Sekunden zu.</p>
<p>Insgesamt werden wir 5. und in unserer Klasse 2. Leider war sehr wenig Wind und wir haben am Anfang ein paar gravierende Fehler gemacht, sonst hätten wir wahrscheinlich gewonnen. Doch das gehört sich nicht beim ersten Gastspiel!!</p>
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		<title>Aktualisierung der Internetseite</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 01:52:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bildergalerien der Internetseite bieten jetzt auch Detailansichten der einzelnen Fotos, die sich durch Klick auf die jeweilige Vorschau öffnet. Innerhalb der aktuell ausgewählten Galerie kann durch Verwendung der Pfeiltaste vor- und zurückgeblättert werden. Ein Klick auf *Close* bzw. Druck auf die Escape-Taste beendet die Detailansicht. Viel Freude mit den detaillierten Ansichten wünscht: Markus]]></description>
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		<title>Mein erster Segeltörn</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 09:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segelfreund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitseglerberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Anett Törn: Kiel – Aarhus Länge: 159 sm Zeit: 05.07.-10.07.2008 Schiff: Orion Skipper: Frank Crew: Judith, Thorsten, Andreas (mein Mann) und ich, Anett Freitag, 4.7.2008 Im Lauf des Nachmittags ruft uns Frank an und teilt uns mit, dass er mit der Orion im Hafen des Kieler Yachtclubs liegt und uns dort morgen gegen Mittag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Anett</em></p>
<p>Törn: 	Kiel – Aarhus		Länge: 	159 sm 	Zeit:	05.07.-10.07.2008	Schiff:	Orion<br />
Skipper:	Frank			Crew: 	Judith, Thorsten, Andreas (mein Mann) und ich, Anett</p>
<p><strong>Freitag, 4.7.2008</strong></p>
<p>Im Lauf des Nachmittags ruft uns Frank an und teilt uns mit, dass er mit der Orion im Hafen des Kieler Yachtclubs liegt und uns dort morgen gegen Mittag erwartet. Wir wissen damit jetzt, wo unser Törn beginnt. Die Route kennen wir noch nicht, aber das stört uns nicht, weil wir uns freuen, dass es mit dem Törn überhaupt geklappt hat. </p>
<p><strong>Samstag, 5.7.2008</strong></p>
<p>Um 8.20 Uhr holen uns Thorsten und Judith, die auf direktem Weg aus Erlangen kommen, mit dem Mietwagen, einem Skoda Roomster, ab. Der Kofferraum ist bis unters Dach voll mit Taschen und Proviant, und auch die Rückbank macht nicht den Eindruck, als würden dort noch 2 Erwachsene für die 360 km von Berlin nach Kiel Platz finden. Nachdem die verständlicherweise übermüdeten Judith und Thorsten irgendwie doch auf der Rückbank Platz nehmen, wir noch kurz tanken und Richtung Kiel aufbrechen, beginnt trotz Müdigkeit und Konzentration aufs Fahren ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Seglern. Judith und Thorsten sind bereits mit dem SKS dekoriert, meinem Mann steht die Praxisprüfung noch bevor. Für ihn gilt es, in den kommenden Tagen die erforderlichen Seemeilen zu versegeln und so viel wie möglich zu lernen. Klingt anstrengend, aber er freut sich sehr darauf. Ich bin relativ still und gespannt, was mich die nächsten Tage erwartet. Ich versuche meine Gedanken an eine mögliche Seekrankheit zu verdrängen.<br />
Nachdem wir zügig durchkommen, erwartet uns Frank schon am Kieler Yachthafen. Gemeinsam mit ihm geben Judith und Thorsten den Mietwagen ab, entsorgen das Leergut und erledigen die letzten Einkäufe. Andreas und ich lösen schon mal das Rätsel der Bettbezüge und genießen dann die Kieler Sonne an Deck der Orion. Nach einer kurzen Einweisung zum Schiff, der Benutzung der Rettungswesten und einer Wiederholung des Webeleinsteks legen wir gegen 15.00 Uhr ab. Wir setzen Segel und nehmen Kurs auf Strande. Vorbei an vielen Seglern &#8211; unter anderem begegnen uns die „Gorch Fock“ (leider unter Motor) und zwei America´s Cupper – geht´s die Kieler Förde entlang,  vorbei an der Holtenauer Schleuse, der Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal, und Laboe, dem Marinedenkmal.<br />
Nach 2 Stunden machen wir in Strande fest. Die wichtigsten Handgriffe habe ich mir bei Judith abgeschaut. Ich bin froh, beim Anlegemanöver keinen Fender verloren zu haben und genieße den Anleger. Es war doch tatsächlich noch dänisches Dosenbier an Bord – das musste ich probieren. Während Judith und Thorsten Nudeln mit Gorgonzola-Sauce zubereiten, steht für Andreas und mich Landgang auf dem Programm, aber der Reiz des kleinen Örtchens liegt eindeutig in der Küstenlage. Im Hintergrund sind die Bausünden von Schilksee zu sehen – Plattenbauten, die man überall, aber nicht an dieser schönen Küste vermutet (wer dafür wohl die Baugenehmigung erteilt hat?).<br />
Frank repariert ein Problem am Ruder und ist erleichtert, als nach einigen Stunden alles wieder wie gewohnt funktioniert. K. o., aber zufrieden falle ich in meine Koje und freue mich auf morgen.</p>
<p><strong>Sonntag, 6.7.2008</strong></p>
<p>Alle scheinen guter Laune zu sein und frühstücken ausgiebig mit frischen Brötchen. Als Ziel für heute schwankt Frank zwischen Flensburg und Kappeln in der Schlei – mal sehen, wie sich der Wind entwickelt. Als die Segel gesetzt sind, grüße ich Rasmus mit einem Schluck Portwein und wünsche uns „mäßig Wind und reichlich Sonnenschein“ – ein lustiger Brauch.<br />
Umgeben von schöner Landschaft und frischer Seeluft segeln wir entlang der Küste nach Norden. Die Sonne kämpft sich immer wieder durch, aber wir brauchen auch schon die Jacke vom Ölzeug. Meine Rettungsweste habe ich an und den Horizont fest im Blick. Da der Wind nicht ganz so ergiebig weht, fällt die Wahl auf Kappeln.<br />
Bei Schleimünde lässt der Wind nach, und wir segeln mit 1-2 kn die Schlei entlang. Alle anderen überholen uns unter Motor. Die kommen wahrscheinlich alle von Tages- oder Wochenendtörns zurück und wollen schnell nach Hause. Kurz bevor wir anlegen, erwischt uns dann doch noch ein Schauer, aber unser Skipper legt souverän in der letzten freien Box an. Die Crew ist mittlerweile eingespielt, macht fest und hat sich den Anleger unter Deck verdient. Wir warten bis der Regen nachlässt und genießen dann einen entspannten Abend beim Italiener in Kappeln. </p>
<p><strong>Montag, 7.7.2008</strong></p>
<p>Wir schlafen tief und fest und freuen uns am Morgen über das Wetter, dass sich von seiner besten Seite zeigt – blauer Himmel, Sonne und weiße Schönwetterwolken. Mit klarer Aufgabenverteilung bereiten wir das Ablegen vor und verlassen im Laufe des Vormittags Kappeln. Nachdem wir die Schlei hinter uns gelassen haben, nehmen wir Kurs auf Dänemark, genauer gesagt, den Kleinen Belt. Bei mäßigem Wind trübt sich das Wetter zeitweise ein. T-Shirt und Ölzeug wechseln sich als geeignete Bekleidung mehrfach ab, aber was soll´s: auch diese Launen der Natur machen den Törn ja spannend. Als am Horizont ein Gewitter aufzieht, fängt Frank einen skeptischen Blick von mir auf und antwortet mit einem lockeren Schulterzucken, das wohl „Alles klar. Kein Problem!“ ausdrücken soll. Und tatsächlich – irgendwie bleiben wir von Schlimmsten verschont und segeln zwischen den stärkeren Schauern hindurch, ohne wirklich nass zu werden.<br />
Am späten Nachmittag kommen wir in Aerosund an und erreichen damit unseren ersten dänischen Hafen. Leider ist keine Box mehr frei, so dass wir uns ins Päckchen legen müssen. Im Laufe des Abends legt ein weiterer Segler an unserer Steuerbordseite an. Da sich unsere Koje im Vorschiff befindet, werden wir im Lauf der Nacht noch mehrfach akustisch daran erinnert, dass man fremde Schiffe nicht durchs Cockpit, sondern über das Vorschiff überquert. Judith und Thorsten kochen Pasta mit Gemüse und nach dem Essen beginnt eine heiß umkämpfte Partie „Mensch ärgere Dich nicht!“.</p>
<p><strong>Dienstag, 8.7.2008</strong></p>
<p>Heute werden wir vom Regen geweckt – gleich ein Grund mich noch mal umzudrehen. Andreas geht wie immer Brötchen holen. Daran kann man sich gewöhnen. 10 Minuten später wird plötzlich der Motor gestartet. Als ich an Deck komme, um nachzusehen, was los ist, steht unser Skipper mit müden Augen am Steuer und ist dabei abzulegen. Unsere dänischen Nachbarn hatten kurz zuvor signalisiert, dass sie gleich ablegen wollen, so dass wir das Päckchen „auflösen“ müssen. Als der Däne den Hafen verlässt, legen wir erstmal wieder an und frühstücken in aller Ruhe. Andreas und mir wird bewusst, dass wir bereits Bergfest haben. Judith und Thorsten fahren noch eine Woche länger, aber für uns ist am Donnerstag schon Schluss.<br />
Bis hierher brauchte ich weder meine prophylaktisch besorgten Reisekaugummis, die ich ständig in meiner Brusttasche parat habe, noch meine Akupressur-Armbänder – aber besser „man hat“ als „man hätte“. Nach einigen Blicken in Richtung Himmel gibt Frank die Devise „Ölzeug und Gummistiefel“ aus. Es dauert dann auch nur noch eine halbe Stunde, bis die vereinzelten sonnigen Abschnitte verschwunden sind und uns erste Regentropfen erreichen. Nachdem der Schauer vorüber ist, klart es wieder etwas auf und das Schlimmste ist für heute vorbei.<br />
Wir segeln im Kleinen Belt weiter nach Norden. Ich suche mir achtern meinen Platz an der Reling und genieße die Ruhe – bis die Orion plötzlich krängt und ich den Eindruck habe, auf einmal einen Meter höher zu sitzen, während an der Steuerbordseite das Deck fast ins Wasser gedrückt wird. Frank und Andreas bleiben aber ganz gelassen. „Da gehen noch 20 Grad mehr“ meint Frank. Ich halte mich an der Reling fest und denke, dass mir die Krängung auch so schon reicht. Irgendwann in der nächsten Zeit erwischt uns dann eine Bö mit Windstärke 7 und wir machen kurzzeitig sogar 9 kn Fahrt. Es sollte der Topspeed des Törns bleiben. Für den Rest der Crew scheint das Segeln jetzt erst anzufangen, aber ich bin froh, als wir das flussähnliche Nordende des Kleinen Belts erreichen. Fast wie in einem Binnenrevier segeln wir unter zwei großen Brücken hindurch.<br />
Als wir Fredericia hinter uns gelassen und uns entschlossen haben, Bogense an Fünens Nordküste anzusteuern, springt Frank plötzlich auf und läuft zum Bug. Er hat den Schweinswal als erster gesehen.<br />
Nach diesem aufregenden Segeltag kommen wir in Bogense an und müssen bei ziemlich viel Wind anlegen. Als wir uns zum Landgang bereit machen, kommt die Sonne wieder richtig durch. Wir machen einen Spaziergang durch dieses kleine Städtchen, und ich stelle fest, dass ich mir Dänemark genau so vorgestellt habe: ruhig, beschaulich, bunte Fassaden der Häuser und leckeres Vanille-Softeis.</p>
<p><strong>Mittwoch, 9.7.2008</strong></p>
<p>Für Andreas und mich ist heute der letzte Segeltag. Nachdem wir uns in Bogense mit frischen Schollen versorgt haben, laufen wir am späten Vormittag aus und nehmen Kurs auf Aarhus. Der Wind ist schwach und nach einigen Meilen entscheidet sich Frank, Fock und Großsegel als „Schmetterling“ anzuordnen. Das sieht sehr imposant aus und lässt uns den Wind offensichtlich besser ausnutzen.<br />
Unter blauem Himmel geht´s vorbei an einigen Inseln nach Norden. Kurz vor dem Ziel &#8211; es ist mittlerweile gegen 20.00 Uhr &#8211; kommt Frank nicht umhin, den Motor zu starten. Der Wind hat zu sehr abgeflaut, und wir wollen schließlich noch kochen.<br />
Vor dem Hafen haben wir noch mal Glück und sehen Schweinswale, die gerade dabei sind, sich ihr Abendbrot aus den Fischernetzen zu holen &#8211; ganz schön dreist. Es ist bereits deutlich nach 21.00 Uhr, als wir festmachen und den Herd anheizen. Gemeinsam mit Frank und Andreas bereite ich das Abendessen zu – Scholle auf Gemüsebett. Ob es an dem frischen Fisch, der frischen Luft oder an der bereits aufkommenden Wehmut liegt, weiß ich nicht, aber das Essen war sehr lecker und der Abend wurde dann noch ziemlich lang.</p>
<p><strong>Donnerstag, 10.7.2008</strong></p>
<p>Das Aufstehen fällt schwer, aber bevor Peter aus Münster eintrifft und wir mit seinem Mietwagen abreisen, muss noch gepackt werden. Gegen 11.00 Uhr machen wir uns auf die 650 km Richtung Berlin und &#8211; wie abgesprochen – kurz nachdem wir Aarhus hinter uns lassen, öffnet der Himmel seine Schleusen. Bis Berlin begleitet uns der Regen und tröstet uns damit über das Ende des Törns hinweg.<br />
Für mich waren es sehr schöne Tage und ich bin froh, dass Andreas´ Überredungskünste im Vorfeld erfolgreich waren. 2009 möchte Andreas seinen Ausbildungstörn für den SKS machen. Wann ich das nächste Mal auf der Orion bin, steht noch in den Sternen &#8211; aber es wird ein nächstes Mal geben.</p>
<p>Last but not least: Herzlichen Dank an Frank, unseren Skipper, mit dem der Törn wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, und das Team der Yachtschule Wolke.</p>
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		<title>Von Emden nach Kiel</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 18:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segelfreund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitseglerberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Jojo Vom 14. bis 21. Juni 2008 &#8220;Aufstehen! Reise, Reise!&#8221; so schallt es jeden Morgen durch das bemerkenswert geräumige Unterdeck der Segelyacht Orion, mit der wir vom 14. bis zum 21. Juni 2008 von Emden an der Nordseeküste bis nach Kiel an der Ostseeküste unterwegs sind. Schon die Rekrutierung der Mannschaft ist ein schwieriges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Jojo</em></p>
<p>Vom 14. bis 21. Juni 2008</p>
<p>&#8220;Aufstehen! Reise, Reise!&#8221; so schallt es jeden Morgen durch das bemerkenswert geräumige Unterdeck der Segelyacht Orion, mit der wir vom 14. bis zum 21. Juni 2008 von Emden an der Nordseeküste bis nach Kiel an der Ostseeküste unterwegs sind.<br />
Schon die Rekrutierung der Mannschaft ist ein schwieriges Unterfangen, da wir uns alle aus den unterschiedlichsten Gebieten Deutschlands zusammenfinden müssen.<br />
Als uns dies schließlich glückt und wir am Samstag, dem 14. Juni, um 6:30 Uhr in Emden ankommen, haben wir notgedrungen die ganze Nacht hinterm Steuer des Dodge-Nitro Mietwagens verbracht. Wir sind zu erschöpft, um direkt loszusegeln. Außerdem macht uns das Wetter zusätzlich noch einen Strich durch die Rechnung und es sollte nicht das einzige Mal bleiben.<br />
Nachdem wir ausgeruht und uns ausreichend mit sowohl festen als auch flüssigen Lebensmitteln versorgt haben, wagen wir am nächsten Morgen den Aufbruch. Unser Ziel, die Nordseeinsel Borkum, erreichen wir jedoch an diesem Tag nicht, da der starke Wind (6-7/8 Beaufort) und die hohen Wellen in der Emdener Bucht uns Greenhorns schon erheblich zusetzen. Zudem kommt der Wind von vorn (so genannter &#8220;Am-Wind-Kurs&#8221;), also müssen wir die ganze Strecke kreuzen (später vom Skipper auch als bolzen: &#8220;Du musst nicht so bolzen!&#8221;, bezeichnet). Unserer erfahrener Skipper Andreas (ein Gemütsmensch, Sportler und offensichtlich erstklassiger Konstrukteur) entscheidet, auf halber Strecke umzukehren, um in den nächstgelegenen niederländischen Hafen einzulaufen, das ist äußerst weise.<br />
Der nächste Tag ist erfolgreicher, denn wir schaffen es, Borkum bei etwas milderen Bedingungen (5-6/7 Beaufort) zu erreichen.<br />
Für die darauf folgende Etappe, die uns von Borkum bis Cuxhaven führt, investieren wir 15 Stunden mit wechselnden Rudergängern, da der Wind nun fehlt.<br />
Nach einer kurzen Nacht geht es weiter nach Rendsburg im Nord-Ostsee-Kanal und von dort in den Zielhafen von Kiel. In Kiel verbringen wir einen Tag mit dem intensiven Üben diverser Manövern (wie &#8220;Mann über Bord!&#8221; u. a.).<br />
Wir sind überrascht, was unser Skipper für einfache aber schmackhafte Gerichte aus der Miniaturküche des Schiffs zu zaubern vermag.<br />
Alles in Allem, ist ein Segeltörn auf der Yacht Orion ein sehr einprägsames Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. </p>
<p>Maria, Jojo und Thomas</p>
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		<title>Von London bis Emden</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 20:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segelfreund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitseglerberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Edmund Von London bis Emden Prolog “Last order please” hallt es, begleitet von einem Glockenschlag, durchs „Dicken’s Inn”, einem Pub am St. Katherine’s Dock in London gleich unterhalb der Tower Bridge. Ein bulliger, offensichtlich für alle Fragen der Sicherheit verantwortlicher Mann, macht die Gäste nochmals persönlich auf die anstehende Sperrstunde aufmerksam. Er fordert höflich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Edmund</em></p>
<p><strong>Von London bis Emden</strong></p>
<p><strong>Prolog</strong></p>
<p>“Last order please” hallt es, begleitet von einem Glockenschlag, durchs „Dicken’s Inn”, einem Pub am St. Katherine’s Dock in London gleich unterhalb der Tower Bridge. Ein bulliger, offensichtlich für alle Fragen der Sicherheit verantwortlicher Mann, macht die Gäste nochmals persönlich auf die anstehende Sperrstunde aufmerksam. Er fordert höflich aber bestimmt zum Austrinken der Gläser auf. Sein Blick macht sofort klar: dem sollte man unbedingt Folge leisten. Und so leeren sich die Gläser und das Lokal in wenigen Minuten. Das ist für uns Kontinental-Europäer ungewöhnlich. Doch das frühe Schließen der englischen Lokale ist uns heute Abend recht, treten wir doch morgen früh die Reise Themse abwärts mit „unserer Segelyacht“ Orion an.</p>
<p><strong>London</strong></p>
<p>Am Samstag, dem 23. Mai, kommen wir – meine Frau Karola und ich &#8211; nachmittags per Flugzeug aus Frankfurt an und werden von unserem Skipperpaar Angelika und Andreas in Empfang genommen. Vier Tage liegen wir hier fest. Unser Schiff, die Segelyacht Orion, 7/8 getakelte Slup und ca. 13 Meter lang, liegt im westlichen Becken des 1828 entstandenen Hafens St. Katherine’s Dock. In den 60er und 70er Jahren verloren die Londoner Docks mit dem Aufkommen immer größerer Schiffe ihre Bedeutung und wurden alle geschlossen. Die Hafenindustrie verlagerte sich Themse-abwärts. Mittlerweile haben sich die Docklands zu Geschäftszentren und exklusiven Wohnlagen entwickelt – aus Lagerhäusern wurden teure Luxus-Apartmenthäuser und Einkaufszentren, die ehemaligen Docks werden als Yachthäfen und Wassersportzentren genutzt.<br />
Jeden Tag holen wir mehrfach den Wetterbericht ein, erwartungsvoll studieren wir ihn gründlich. Tiefdruckgebiete und Sturmwarnungen mit östlichem Wind im Bereich der Themsemündung sowie im Englischen Kanal und der Deutschen Bucht lassen uns die Abreise immer wieder verschieben. Aber für den kommenden Tag sieht der Wetterbericht günstig aus. Die Themse ist bis London erheblich durch Ebbe und Flut geprägt. Da ist es mit der Orion, trotz relativ starker Motorisierung (immerhin 62 PS) wenig sinnvoll, gegen den Tidenstrom anzufahren. Wir planen daher, gegen 8 Uhr, ca. eine Stunde vor dem höchsten Wasserstand auszulaufen. Die Strömung ist dann kurz vor dem Kippen und nicht mehr so stark. Das ablaufende Wasser bis zur folgenden Ebbe wird uns dann flussabwärts unterstützen und die Strömung auch noch bis in den Princess Channel in der Themse-Mündung und weiter in Richtung Ramsgate – unserem ersten Zielhafen – helfen.<br />
Die vier Tage bis zum Ablegen nutzen wir, um ein bisschen mehr von London kennenzulernen. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einer globalen Metropole entwickelt und konnte dabei wohl wieder in die Rolle schlüpfen, die sie über weite Teile des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts einnahm. In den letzten Jahren sind viele neue Gebäude in teilweise recht anspruchsvoller Architektur entstanden. Die Qualität der Lebensmittel hat erheblich zugenommen. In jedem Supermarkt ist auch Bioware erhältlich – kein Vergleich zu den achtziger und neunziger Jahren.<br />
London ist immer noch eine Stadt, in der man sich schnell bewegt. Aber trotz der Hektik machen die Menschen auf uns einen überaus freundlichen und hilfsbereiten Eindruck. Ein Besuch in dem in der Jazz-Szene weltbekannten Club Ronnie Scott’s stand für uns als Jazz-Fans mit auf dem Programm.</p>
<p><strong>London – Ramsgate</strong></p>
<p>Donnerstag, 29. Mai, 7 Uhr: Ein wunderschöner Morgen mit wolkenlosem Himmel. Wir bitten den Hafenmeister per Funk um Erlaubnis zur Einfahrt in die Schleuse. Eine Klappbrücke hebt sich, wir fahren hindurch ins Nachbarbecken und laufen als erste in die Schleuse ein. St. Katherine’s Dock ist nur über diese Schleuse von der Themse her zugänglich. Der Wasserstand des Hafens ist dadurch trotz des erheblichen Tidenhubs der Themse gleichbleibend. Geschleust wird jeweils von einer Stunde vor dem höchsten Wasserstand und bis eine Stunde danach. Mit uns geschleust werden ein historischer Lastensegler und drei weitere Segelyachten.<br />
Gegen 7:40 Uhr öffnen sich die Schleusentore. Die Themse-abwärts geht es durch London. Greenwich kommt in Sicht. Durch das Royal Observatory in Greenwich verläuft der sogenannte Nullmeridian, also 0 Grad geographischer Länge. Natürlich halte ich den Moment, als wir den Nullmeridian passieren und unser GPS diese anzeigt auf einem Foto fest – wer hat schon so ein Foto?<br />
Um 9:30 Uhr passieren wir die Thames Barrier, ein beeindruckendes Flutschutzwerk und mit 523 Metern Länge das größte seiner Art, das London seit 1984 vor Fluten der Nordsee schützen soll. Die vier mittleren Tore sind je 60 Meter breit und 10,5 Meter hoch. Sie können auf den Boden der Themse abgesenkt werden, so dass Schiffe bis 16 Meter Tiefgang passieren können.<br />
Kurz darauf werden wir von einem Kreuzfahrtschiff überholt. Auf vielen der Balkone sitzen oder stehen Passagiere, alle in weiße Bademäntel gehüllt, – die meisten winken uns zu. Sieht schon ziemlich skurril aus – all die weißen Bademäntel.<br />
Erstaunlich ist, dass wir wenigen Berufsschiffen begegnen – kein Vergleich mit dem uns so vertrauten Rhein.<br />
Themse-abwärts verschlechtert sich das Wetter zunehmend. Als wir nahe der Themse-Mündung in den Yantlet Chanel einlaufen, beginnt es zu regnen. Jetzt fällt auch die Temperatur und die Sicht verschlechtert sich. Ab Tonne 2 des Yantlet Chanels haben wir bis zu unserem Ziel Ramsgate in unser GPS Wegpunkte eingegeben. Dadurch wird trotz der schlechten Bedingungen die Navigation problemlos. Nur die Hoffnung, ab hier Segeln zu können, erfüllt sich nicht. Der Wind hat rechtgedreht und kommt jetzt genau von vorn. Gegen 15:15 Uhr laufen wir in den Princess Channel ein. Unter Motor erreichen wir gegen 19 Uhr endlich Ramsgate.<br />
Karola und ich melden unser Schiff beim Port Captain an. Bei dem üblichen und für Engländer ja so überaus wichtigen Smalltalk erfahren wir, man habe in den letzten drei Wochen nur zwei Regentage gehabt. Und einen davon hätten wir eben erwischt. Aber nun käme das Wetter aus Frankreich und da wisse man ja nie… Hören wir da etwa alte Rivalitäten zweier großer Seefahrernationen heraus? </p>
<p><strong>Ramsgate – Oostende</strong></p>
<p>Freitag, 30. Mai, 9 Uhr: Wir verlassen Ramsgate bei Nieselregen und schlechter Sicht. Der Wind weht mit 3 bis 4 Beaufort aus Nordwest. Nach der Hafenausfahrt setzen wir die Segel. Später schwächt der Wind jedoch so ab, dass wir gegen Mittag die Segel wieder einholen. Unter Motor geht es weiter. Das Boot rollt in der kräftigen Dünung, die im Kanal wohl wegen des stürmischen Wetters der vorangegangenen Tage herrscht. Für mich sehr unangenehm, Symptome der Seekrankheit melden sich. Die ersten 2 bis 3 Tage auf See sind bei mir immer kritisch.<br />
Dafür klart das Wetter auf und im späten Nachmittag frischt auch der Wind wieder auf. Bei 2 Bft setzen wir erneut die Segel, müssen sie aber schon eine Stunde später wieder einholen. Wind und Wetter auf der Nordsee sind eben sehr wechselhaft.<br />
Obwohl der Kanal als Schifffahrtsweg die höchste Verkehrsdichte weltweit aufweist, begegnen uns nur wenige Schiffe. Das belgische Nieuwpoort kommt in Sicht. Wir fahren in der sogenannten Küstenverkehrszone, die nur von Segelschiffen und Schiffen mit einer Länge von weniger als 20 Metern genutzt werden darf, in Richtung Oostende. Die Sicht ist wieder nur mäßig, die Küste daher nur schemenhaft erkennbar. Weiterhin unter Motor erreichen wir gegen 21:30 Uhr Oostende. Die Hafeneinfahrt wird über Lichtsignale geregelt – wir müssen warten. Über Funk erfahren wir, dass zunächst noch eine Fähre auslaufen muss. Nach einer halben Stunde dürfen wir schließlich einlaufen und finden im kleinen Yachthafen gleich hinter der Hafeneinfahrt einen Liegeplatz. Mit uns laufen noch eine Handvoll weiterer Segelschiffe ein, es wird richtig eng. Nun noch das Deck klarieren, kochen und endlich etwas essen.<br />
Trotz aller Müdigkeit beschließen wir, auf der Promenade noch einen „Absacker“ zu nehmen. Wir genießen die flämisch-französische Sprachenvielfalt Belgiens – wenn die Politik nicht dazwischen kommt, können die Belgier offensichtlich problemlos damit umgehen. Da wir besser Französisch als Flämisch können, bestellen wir auf Französisch. Englisch oder Deutsch wären vermutlich auch gegangen. Als wir zum Hafen zurückkehren – es ist schon stockdunkel – wird der weltweit größte Schwimmkran von Schleppern in den Hafen gezogen und macht in Sichtweite fest. Wir sind beeindruckt.</p>
<p><strong>Oostende – Middelburg</strong></p>
<p>Samstag, 31. Mai, 10:10 Uhr: Wir legen ab und setzen gleich hinter der Hafenausfahrt die Segel. Der Wind weht aus Nord bis Nordost mit 3 Bft, er soll jedoch auf Nordwest drehen. Das klingt vielversprechend. Geplant ist, entlang der belgischen und niederländischen Küste bis Hook von Holland zu gehen. Aber der Wind lässt uns wieder im Stich. Gegen 13:45 Uhr geben wir das Segeln auf und starten den Motor.<br />
Der aktuelle Wetterbericht klingt nun auch nicht mehr so gut – gestern Abend sah das noch besser aus. Aufgrund der Wetteraussichten ist es besser, bei Vlissingen in die Scheldemündung zu gehen. Darüber freue ich mich. Erstens, weil ich immer noch unter Symptomen der Seekrankheit leide. Und zweitens, weil ich die niederländische Halbinsel Walcheren durch viele Urlaube gut kenne. Schon als Kind habe ich oft an der Schleuse in Vlissingen gestanden und die ein- und auslaufenden Schiffe bestaunt.<br />
Daran erinnere ich mich, als wir in die Scheldemündung ein- und am mir vertrauten Panorama von Vlissingen vorbeilaufen. Um 15:45 Uhr erreichen wir die Sluise Vlissingen und werden gleich geschleust. Danach geht es durch den Kanaal door Walcheren. Dieser 1873 erbaute Kanal verläuft durch die Halbinsel Walcheren und verbindet Vlissingen an der Westerschelde als seinem südlichen Ende mit Veere am Veersemeer an seinem nördlichen Ende. Wir müssen mehrere Klapp- und Drehbrücken passieren. Die werden zentral gesteuert; wir müssen aber jedes Mal ca. 30 Minuten warten. So erreichen wir gegen 17:00 Uhr endlich Middelburg. Gleich in der Hafeneinfahrt liegt die Bootstankstelle. Hier tanken wir Diesel, danach suchen wir einen schönen Anlegeplatz. Der Hafen in Middelburg zieht sich mit seinen Anlegestellen entlang der Grachten hin. So liegen die Schiffe mitten in der Stadt. Noch ist Zeit zum Einkaufen. Der Supermarkt mit einem gigantischen Angebot hat auch samstags bis 20:00 Uhr auf und öffnet sogar sonntags. Die Servicewüste Deutschland lässt grüßen. Mit dem frisch Eingekauften bereiten wir uns noch ein leckeres Abendmenü.</p>
<p><strong>Middelburg – de Put</strong></p>
<p>Es ist Sonntag, der 1. Juni, 06:40 Uhr: Ein wunderschöner Sonntagmorgen. Die Stadt liegt noch ganz ruhig, nur die Vögel zwitschern. Das Wasser ist glatt; Häuser, Bäume und Schiffe spiegeln sich darin. Wir bemühen uns, möglichst leise unser Boot klar zu machen und abzulegen. Unter Motor fahren wir weiter über den Walcherenkanal auf Veere zu. Jetzt erst einmal eine schöne Tasse heißen Kaffee, die wir an Deck genießen und dabei die Landschaft an uns vorüberziehen lassen.<br />
Das malerische Städtchen Veere war um 1500 ein bedeutender Handelsplatz und weist aus dieser Zeit eine mächtige, alles überragende und daher auch für uns schon von weit her sichtbare Kirche auf (Liebfrauenkirche, erbaut im 15. und 16. Jahrhundert). Trotz der frühen Stunde werden wir geschleust. Die Schleusentore öffnen sich und wir fahren in das Veersemeer ein. Bei schwachem Windes setzen wir die Segel. Die Orion gleitet leise durchs Wasser. Als wir uns langsam von Veere entfernen, ist vom Turm der Liebfrauenkirche das Glockenspiel zu hören.<br />
Das Segelvergnügen ist erneut nur von kurzer Dauer. Nach zwei Stunden schläft der Wind ein. Wir bergen die Segel und fahren unter Motor weiter. Die nächste Schleuse (Spuisluis Katse Veer) bringt uns in die Osterschelde. Die Sicht ist mittlerweile schlecht, an Segeln nicht zu denken. Wir laufen weiter durch die Wasserarme der Scheldemündung über den Roompot sowie Grevelingen Meer Richtung Haringvliet und müssen dabei zwei weitere Schleusen durchfahren. Als zwischendurch der Wind erneut auf 3 bis 4 Bft auffrischt, setzen wir wieder die Segel. Aber auch diesmal lässt er uns nach etwa 2 Stunden im Stich. Gegen 18:30 Uhr erreichen wir die Haringvlietbrug. Der Mast der Orion ist mit über 21 Metern zu hoch, um einfach unter der Brücke durchfahren zu können. Für solche Fälle ist ein am Rand gelegenes Brückenelement klappbar. Wir müssen warten (über die Brücke verläuft schließlich eine viel befahrene Schnellstraße) und bringen daher den Anker aus. Die Wartezeit nutzen wir für das Abendessen auf Deck.<br />
Nach der Durchfahrt können wir erneut die Segel setzen. Mit vielen Kreuzschlägen durchfahren wir das Fahrwasser auf dem Haringvliet in der Abendsonne. Kein anderes Schiff ist zu sehen, ein paar Schafe weiden auf den umliegenden Wiesen der friedlich daliegenden Landschaft. Trotz des engen Fahrwassers ist das Manövrieren bei dem leichten Wind geradezu spielerisch einfach. Für mich sind dies mit die schönsten Momente auf dieser Reise.<br />
Mit schwindendem Tageslicht erreichen wir den kleinen Yachthafen De Put. An der Einfahrt steht auf einer Tafel „Gäste willkommen“. Da suchen wir uns gern einen freien Liegeplatz.<br />
Das Büro des Hafenmeisters ist um diese Uhrzeit nicht mehr besetzt. Auch sonst ist kein Mensch zu sehen. Mit Ausnahme des geschlossenen Vereinslokals sind alle Einrichtungen (Duschen, WC, Müllcontainer etc.) nutzbar. Da wir am nächsten Morgen wieder sehr früh starten, bedanken wir uns beim Hafenmeister für die Nutzung des Hafens mit seinen Einrichtungen mit einem Brief, in den wir einen Geldbetrag stecken.</p>
<p><strong>De Put – Ijmuiden</strong></p>
<p>Montag, 2. Juni, 7:40 Uhr: Wieder so ein wunderschöner Morgen. Wir laufen aus De Put aus und unter Motor durch den Haringvliet Richtung Nordsee. Um 9:25 Uhr erreichen wir die Schleuse Georeese Sluis. Dahinter liegt die Nordsee. Wir werden sofort geschleust. Dann kommt die Überraschung: als sich die Schleusentore öffnen, sehen wir außer Nebel nichts. Mit jedem Meter, den wir zurücklegen, wird es schlimmer. Dank unseres Radars navigieren wir uns durch die beiden schwierigen Fahrwasser Pampus und Stijkgat. Die Tonnen erkennen wir erst, wenn sie nur noch wenige Meter entfernt sind.<br />
Nach etwa einer Stunde sind die Fahrwasser und das Nebelfeld hinter uns, wir können bei nordöstlichem Wind mit einer Stärke von 3 Bft die Segel setzen. Nach der Hafeneinfahrt von Rotterdam müssen wir kreuzen, wenn wir Ijmuiden erreicchen wollen. Der Wind frischt immer weiter auf, so dass gerefft werden muss. Hinter der Hafenmole von Ijmuiden bergen wir die Segel. Es ist 20 Uhr, als wir festmachen.<br />
Der Yachthafen, Mitte der 90er Jahre künstlich angelegt, ist von enormer Größe, bietet alles (sanitäre Einrichtungen, Waschsalon, Supermarkt, mehrer Kneipen und Restaurants) und ist perfekt organisiert.<br />
Abends besuchen uns noch Elke und Mathieu. Elke stammt aus Dresden und lebt seit vielen Jahren in Amsterdam mit ihrem Mann Mathieu. Beide sind mit Andreas und Angelika befreundet und spontan aus Amsterdam gekommen, als sie erfuhren, dass wir in Ijmuiden liegen. Es wird ein schöner Abend.</p>
<p><strong>Ijmuiden – Den Helder</strong></p>
<p>Dienstag, 3. Juni, 10 Uhr: Uwe Richter, mit Andreas befreundet, kommt mit seiner zweiköpfigen Crew zu uns an Bord. Die drei haben am Vortag um 15:00 Uhr ein Charterschiff in Lemmer am Ijsselmeer übernommen und sind fast die ganze Nacht nach Ijmuiden gefahren, um mit uns heute zusammen nach Den Helder zu segeln. Segler sind schon eine besondere Spezies!<br />
Wir starten mit unseren beiden Booten mittags und setzen im Vorhafen die Segel. Der Wind kommt mit 3 Bft aus West. Später dreht der Wind und kommt achterlich, schwächt aber immer mehr ab. Zunächst baumen wir die Fock aus und segeln „im Schmetterling“. Als der Wind noch schwächer wird entschließen wir uns, den Spinnaker zu setzen. Das geht zunächst auch gut. Aber der Wind nimmt weiter ab und fällt dann immer wieder in Böen in den Spinnaker ein. Das reißt natürlich am Tuch. Der Spinnaker zeigt schließlich auch einen Riss. Wir holen ihn ein, segeln in den Vorhafen von Den Helder und holen dort am späten Nachmittag die Segel ein und legen an.<br />
Wir liegen im Koninklijke Marine Yacht Club. Uns gegenüber liegt ein Ketsch-getakeltes Holzschiff von sicherlich 25 Metern Länge, das den Union Jack als Nationalflagge führt. Das dürften, laut Andreas, nur die Marine und die Mitglieder der königlichen Familie. Die Marine ist es nicht &#8211; die Kleiderordnung an Bord ist eher smart casual. Wer von den Royals wird es wohl gewesen sein?<br />
Und dann liegt da noch ein dänisches Holzboot, eine Slup, etwa 11 Meter lang mit deutscher Segelnummer – ein echter Hingucker.</p>
<p><strong>Den Helder – Lauwersoog</strong></p>
<p>Mittwoch, 4. Juni, 12:45 Uhr: Auf dem Weg nach Osten nähert sich in schneller Fahrt von achtern ein Schlauchboot, besetzt mit fünf militärisch aussehenden Männern. Wir passieren gerade die westfriesische Insel Texel. Es ist zwar sonnig, aber bei nur schwachem Wind müssen wir motoren. Ich stehe am Steuer, das Schlauchboot hat uns erreicht und die Besetzung fragt, ob sie an Bord dürfe. Ich bejahe, was auch sonst.<br />
Drei der fünf Insassen kommen an Bord, stellen sich höflich vor und nehmen im Cockpit Platz. Offensichtlich sind sie bemüht, jede Eskalation der Situation zu vermeiden. Und dann werden wir sehr ausführlich kontrolliert: Papiere des Bootes und der Besatzung, Fragen zum Ziel und Zweck unserer Reise, die bisherigen Stationen, Alkohol, Zigaretten etc. etc. Einer von denen ist wohl Zöllner – das berufsmäßige Misstrauen steht ihm „im Gesicht geschrieben“. Außerdem fallen ihm immer neue Fragen ein. Schließlich sind sie von unserer Harmlosigkeit überzeugt, wünschen uns eine gute Reise und machen sich mit ihrem Schlauchboot auf zum nächsten Segelschiff, das wir in einiger Entfernung sehen.<br />
Wir setzen unsere Fahrt fort. Erst später, als der Wind zunimmt, setzen wir die Segel. Gegen 20 Uhr erreichen wir das Fahrwasser Richtung Lauwersoog. Es ist wieder neblig, die Sicht dementsprechend schlecht. Endlich, kurz vor 22 Uhr kommt die Hafeneinfahrt von Lauwersoog in Sicht. Schnell werden die Segel eingeholt. Über Funk werden wir aufgefordert, im Fischereihafen festzumachen.<br />
Der Fischereihafen – so erfahre ich am nächsten Morgen &#8211; soll bis 2009 in einen Yachthafen umgebaut werden. Der Bestand an Yachten nimmt zu; mit Fischen lässt sich leider immer weniger Geld verdienen.</p>
<p><strong>Lauwersoog – Borkum</strong></p>
<p>Donnerstag, 5. Juni, kurz nach dem Frühstück: Ein alter Lastensegler, heutzutage als Charterboot zu mieten, hat die Nacht am Nachbarkai verbracht und übersieht die Orion beim Ablegen und Manövrieren in Rückwärtsfahrt. Erst durch unsere lautes Gebrüll wird der Skipper auf uns aufmerksam. Das Schraubenwasser, aufgewirbelt vom Aufstoppen in letzter Sekunde, schwappt über die Orion hinweg.<br />
Heute laufen wir unter Segel bei Sonnenschein und nordwestlichem Wind mit zunächst 2 Bft durch das Watt nach Borkum. Dabei gilt es, Untiefen und Fischerboote gleichermaßen zu berücksichtigen. Zu allem dreht der Wind im Laufe des Tages nach Ost und nimmt immer mehr zu. Nachmittags müssen wir bei inzwischen Windstärke 6, in Böen 7, sogar reffen. Die Strömung ist inzwischen gekippt. Viele Schlägen müssen wir kreuzen und gewinnen dabei kaum noch Höhe – was für eine „Bolzerei“. Gegen 20 Uhr erreichen wir dann endlich die Hafeneinfahrt von Borkum.<br />
Die Nacht verbringen wir „im Päckchen“ neben einer sehr neu aussehenden, 44-Fuß-Dehler als Decksalonyacht. „Schönes Schiff”, bemerke ich. Damit habe ich wieder mal für reichlich Gesprächsstoff zwischen Andreas, dem Puristen, und mir gesorgt.</p>
<p><strong>Borkum – Emden</strong></p>
<p>Freitag, 6. Juni 2008: Gegen 9:45 Uhr legen wir im Hafen Borkum ab. Wir sind spät dran, wissen wir doch, dass die Flut in Emden gegen 15 Uhr ihren Höchststand erreichen wird. Bei unserem letzten Auslaufen will ich noch einmal alles geben und das Großsegel so schnell wie noch nie heißen. Angelika steht am Steuer und dreht in den Wind. Als das Kommando zum Segelsetzen kommt, hole ich mit aller Kraft das Großfall … und… fasse ins Leere. Das Fall ist nicht richtig am Segelkopf angeschlagen und rauscht aus, bevor ich in meinen Bewegungen inne halten kann. Nun baumelt es kurz unterhalb der zweiten Saling. Wir machen noch einmal fest. Dabei werden wir von unserem Bootsnachbarn der vergangenen Nacht schelmisch mit „Na, noch &#8216;ne Tüte Milch kaufen?“ begrüßt. Angelika lässt sich im Bootsmannstuhl hochziehen, um das Fall zu klarieren.<br />
Der zweite Versuch klappt dann – wir setzen im Hafen das Großsegel und die Fock. Der Wind steht mal wieder gegen an und für den Rest des Tages gilt es, uns kreuzend Emden zu nähern; reichlich Gelegenheit, die Manöver zu perfektionieren. Gegen 15 Uhr – Emden bereits in Sichtweite – rächt sich unser spätes Auslaufen in Borkum, der Strom kippt. Uns kommen bereits zahlreiche Segelschiffe entgegen. Wir merken: wenn in einem Tidengebiet alle Schiffe entgegen kommen, hat man etwas falsch gemacht.<br />
Die nächste Stunde wird mühsam: in dem engen Fahrwasser, umgeben von zahlreichen flachen Stellen und mit reichlich Berufsschifffahrt, müssen wir bei 5 bis 6 Bft kreuzen. Die Besatzung eines norwegischen Frachters ist schließlich nett und fährt sehr eng an die äußere Fahrwassergrenze heran. Das gibt uns genügend Raum für einen letzten Schlag und wir schaffen es, kurz hinter dem Frachter in die Hafeneinfahrt einzulaufen. Wir können sogar gleich nach dem Frachter in die Schleuse einfahren, die uns noch vom Binnenhafen trennt. Man muss ja auch mal Glück haben.</p>
<p><strong>Rückfahrt</strong></p>
<p>Samstag, 7. Juni: Es ist ein sonniger Samstagmorgen mit schwachem Wind &#8211; ideale Segelbedingungen. Aber unser zweiwöchiger Törn endet hier. Die Orion liegt gut vertäut am Steg des Vereins „Segelnde Friesen Emden“. Ein Vorstandsmitglied des Vereins, das uns gestern zufällig bemerkt hatte, als wir nach einer Liegemöglichkeit suchten, hat ermöglicht, dass die Orion hier in der kommenden Woche liegen kann. Wir bereiten das Schiff auf diese Pause und für die nächste Crew vor. Das heißt, Vorsegel abschlagen und verstauen, dem Großsegel das Segelkleid anziehen, Schiff innen und außen säubern, die Kojen neu beziehen und Motorwartung. Unser zahlreiches Gepäck wird in dem viel zu kleinen Mietwagen verstaut, in dem wir die Heimfahrt antreten wollen. Ein bisschen Wehmut liegt in dem letzten Blick auf die Orion.<br />
Kapitän Andreas Wolke, in den vergangene zwei Wochen unser Skipper, nimmt im Cockpit Platz, begrüßt die Passagiere und erhält Startgenehmigung. Und schon geht es ab über die A31 und A3 via Südhessen in niedriger Flughöhe über Deutschland. Gegen 15 Uhr landen wir wohlbehalten im heimatlichen Südhessen. Berücksichtigt man die eine Stunde, die wir in einem Stau bei Leverkusen stehen, entspricht das einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 140 Kilometern pro Stunde. Nicht schlecht, Herr Specht. </p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die letzten beiden Wochen waren ein unvergessliches Erlebnis und gleichzeitig eine Herausforderung, die uns als Landratten vor allem vor Augen geführt hat, welche Anforderungen an ein Schiff, seine Ausrüstung und letztlich auch seine Besatzung bei einem solchen Törn gestellt werden. Die Ausbildung und der Erwerb von Sportbootführerscheinen – so notwendig und hoffentlich solide sie auch sein mögen &#8211; kann die Erfahrung nicht ersetzen, die ein anspruchsvolles Revier wie die Nordsee mit den schnell wechselnden Wetterbedingungen, Tide und Strömungen, Berufsschifffahrt und stark frequentierten Schifffahrtswegen, Wattgebieten mit Flachs und Gatten sowie zahlreichen Fischern erfordert, wenn man einen solchen Törn in der geplanten Zeit und ohne böse Überraschungen bewältigen will. Und diese Erfahrung will erst einmal erworben sein. Wie hieß es doch gleich in dem Buch eines Berufsseglers, dass ich vor einigen Monaten las: geprüft wird zweimal – einmal in der Prüfung für den Führerschein und einmal auf dem Meer. Auf der Nordsee wird täglich geprüft, manchmal auch mehrmals. Den nächsten Törn in der Nordsee mit der Orion sowie Angelika und Andreas als Skipperpaar haben wir übrigens bereits verabredet.</p>
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		<title>Talfahrt einmal anders</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 11:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[vom 9. bis 14. Mai 2008 Die Überschrift macht’s deutlich: wir werden in diesem Jahr nicht wie gewohnt unser Schiff nach Travemünde überführen, sondern in die Nordsee. Am Freitag, dem 9. Mai 2008, gehen dafür Brigitte aus Dresden, Andreas und ich an Bord. Zuvor hatten wir wie jedes Jahr noch unendlichen Stress mit den Vorbereitungen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>vom 9. bis 14. Mai 2008</strong></p>
<p>Die Überschrift macht’s deutlich: wir werden in diesem Jahr nicht wie gewohnt unser Schiff nach Travemünde überführen, sondern in die Nordsee. Am Freitag, dem 9. Mai 2008, gehen dafür Brigitte aus Dresden, Andreas und ich an Bord. Zuvor hatten wir wie jedes Jahr noch unendlichen Stress mit den Vorbereitungen. Unser Start verzögert sich deshalb um zweieinhalb Stunden und wir legen 17 Uhr 30 in Gernsheim ab. Wie in jedem Jahr sind ein paar Freunde am Steg und verabschieden uns, schließlich wird unsere „Orion“ bis Anfang Oktober ihren Heimatliegeplatz nicht mehr sehen.<br />
Die erste Station Rüdesheim erreichen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Der Landgang führt zur Drosselgasse. Doch Brigitte hat ihre Brille vergessen, so verzichtet sie darauf, das Tanzbein zu schwingen. Sie möchte wenigstens sehen, mit wem sie tanzt wenn sie tanzt. Und das geht heute leider nicht, schade.</p>
<p>Der nächste Tag verläuft recht unspektakulär. Wir genießen die Landschaft, zuerst das Binger Loch, die Loreley, die Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub und haben gegen 11 Uhr schon das Deutsche Eck in Koblenz querab. Um 18 Uhr legen wir im Medienhafen in Düsseldorf an. Matthias ist uns aus Hessen nachgereist und bringt zum Glück Brigittes Brille mit. Den Abend verbringen wir dann noch gemeinsam in der Altstadt.</p>
<p>Sonntag: Ablegen um 7 Uhr 30. Unser heutiges Ziel ist Willemstad in Holland. Matthias fährt wieder nach Hessen, zurück bleiben Brigitte, Andreas und ich. Das Wetter ist genial, Sonne, Sonne, wenig Wind. Wir beobachten die Landschaft, an der wir jetzt vorbeikommen, wechseln uns am Steuer ab und lauschen nebenbei Brigitte, die uns aus „Der Papalagi“ vorliest. Das Buch haben wir vor unserer Reise von Freunden mit auf den Weg bekommen. Es wird uns bis zum Ende unseres Törns begleiten. Es sind die fiktiven Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea, der mit einfachen Worten die europäische Zivilisation kritisiert. Wir hören vom „runden Metall und schweren Papier“, „der schweren Krankheit des Denkens“, von „Steintruhen und Steinschluchten“ oder vom „Fleischbedecken der Europäer“…und müssen immer wieder schmunzeln.</p>
<p>Bis Duisburg ist alles noch wie in jedem Jahr. Aber dieses Mal biegen wir nicht in den Hafenkanal ab sondern bleiben auf dem Rhein. Jetzt kommen noch Wesel, Rees und Emmerich, bevor wir die holländische Grenze überfahren und bei Millingen in die Waal abbiegen. Die nächste größere Stadt ist Nijmegen. Die Universitätsstadt ist die ältestes holländische Stadt mit römischen Wurzeln. Wir sehen von hier aus auch die für Holland typischen Glockengiebel. Die Strecke zieht sich. Nach unserer Schätzung werden wir wohl Willemstad nicht mehr im Hellen erreichen, obwohl es hier weit später dunkel wird, als bei uns zu Hause. Gegen 21 Uhr befinden wir uns auf der Oberen Merwede, einem Unterlauf der Waal. Hier entschließen wir uns, doch schon vorher anzulegen und entdecken einen idyllischen Hafen in Woudrichem. Wir legen in einem Museumshafen an, in dem alte, liebevoll restaurierte Segelschiffe und Fischerboote liegen. Der historische Hafen, so erfahren wir, wurde 1998 im Originalzustand so wie er 1650 war, aufgebaut.<br />
Wir sind begeistert, vor allem beim Landgang. Brigitte ist so entzückt, dass sie unentwegt fotografiert, auch den Sonnenuntergang. </p>
<p>Nach Willemstad ist es nun nicht mehr weit, als wir am nächsten Morgen ablegen. Zuerst teilt sich der Fluss in Untere Merwede und Neue Merwede. Wir biegen in die Neue Merwede ein. Die Autobahnbrücke bei Moerdijk müssen wir mit unserem gelegten Mast noch passieren. Dann befinden wir uns schon in der Hollands Diep. Ab jetzt könnten wir mit gestelltem Mast bis zur Nordsee fahren, denn die noch kommenden Brücken sind Klapp- oder Drehbrücken.<br />
Nach wenigen Kilometer sind wir in Willemstad. Dort liegen wir an der Pier mitten in der Stadt. Es ist Pfingstmontag und eine Menge Leute sind unterwegs. In einer kleinen Kneipe spielt eine Dixi-Band zum Frühschoppen und ein Harley-Treffen findet statt. Der richtige Platz zum Maststellen, findet Andreas. Das ist typisch für ihn, er braucht das Publikum. Mich stören die Leute nicht, ich muss mich darauf konzentrieren, alles richtig zu machen. Und Brigitte freut es, dass es hier nur so von Menschen wimmelt.<br />
Am späten Nachmittag ist dann das Werk vollbracht. Wir haben gar nicht gemerkt, wie die Sonne Gesicht und Arme verbrannt hat.<br />
Wir belohnen uns erst am kommenden Morgen. Willemstad hat einen kleinen Stadtkern mit vielen schön restaurierten Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es ist eine typisch holländische kleine Festungstadt. Die Stadtbefestigung von 1602 hat sieben Bastionen, für jede Provinz der damaligen Republik der Niederlande eine. Joggend besichtigen wir den Ort, bunkern Wasser und legen ab.</p>
<p>Wir fahren ein paar Kilometer unter Motor und gelangen an die erste Schleuse. Es ist die Volkerakschleuse. Nach kurzer Wartezeit werden wir mit einigen Berufsschiffern geschleust. Danach werden zum ersten Mal in diesem Jahr die Segel gesetzt. Mit Nordostwind und 3 bis 4 Beaufort erreichen wir gegen 17 Uhr die Krammerschleuse. Die Segel sind schnell eingeholt aber geschleust werden wir erst eine Stunde später.<br />
Danach setzen wir gleich wieder die Segel und es geht weiter mit achterlichem Wind, bis wir am Abend das Südfahrwasser zur Osterschelde erreichen. Um 21 Uhr machen wir in Wemeldinge fest. 35 Seemeilen sind wir heute gesegelt, nicht schlecht für den ersten Tag.</p>
<p>Es ist Mittwoch. Früh ist Joggen und Einkaufen angesagt. Erst mittags legen wir ab. Es ist Nordost, unser Kurs Nordwest, Richtung Verse Meer. Nachmittags passieren wir die nächste Schleuse mit Klappbrücke, da ist schon das Verse Meer. Als wir Wolphartsdijk passieren, überlegen wir, ob wir Franz Karl besuchen, der mit seiner Outborn hier im Hafen liegt. Der Blick durchs Fernglas deutet darauf, dass er scheinbar nicht an Bord ist. Also lassen wir es. Als wir eindrehen, sehen wir schon von weitem die gewaltige Basilika von Veere. Noch 12 Kreuzschläge bis zur Hafeneinfahrt. Wir sind 16 Seemeilen gesegelt, als wir in Veere festmachen.<br />
Auch diese Kleinstadt ist wieder malerisch, am schönsten ist für mich der Hafen. Ein wenig erdrückend ist die riesengroße Kirche, aber das sehe vielleicht nur ich so.</p>
<p>Am Donnerstag joggen wir am Morgen und legen mittags ab. Gleich nach der Ausfahrt biegen wir in den Kanaal door Walcheren ab, werden geschleust und fahren unter Motor bis Middelburg. Es ist nicht weit bis dahin und Brigitte und ich freuen sich auf einen ausgiebigen Landgang und vielleicht ein bisschen Shopping.</p>
<p>Von Middelburg bis Vlissingen müssen vier Klapp- und zwei Drehbrücken passiert werden. Das dauert so seine Zeit. Eilig darf man es nicht haben. Mittags erreichen wir am Freitag die Schleuse in Vlissingen, durch die wir in die Westerschelde gelangen. Bis Breskens, unserem Ziel in dieser ersten Woche, ist es nun nur noch ein Katzensprung.<br />
Von hier aus wollen wir nach London starten.<br />
Für Brigitte ist hier die Zeit um, sie verlässt heute unser Schiff.<br />
Wir hoffen, sie ist um ein paar Erfahrungen reicher geworden und freut sich schon aufs nächste Mal.</p>
<p>Angelika</p>
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		<title>Noch 170 Seemeilen, dann ab nach Hause</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 08:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzter Segeltörn dieser Saison und Bergfahrt vom 22. September bis 7. Oktober 2007 Die Koordination der Anreise ist eine erste Herausforderung: Andreas aus Dresden, Dorothea aus Ladenburg, Edmund und Karola aus Griesheim und Norbert und Birgit aus Hennef lassen die Tour mit dem Mietwagen bis Neustadt in der Lübecker Bucht mehr als 1300 Kilometer lang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letzter Segeltörn dieser Saison und Bergfahrt </strong><br />
vom 22. September bis 7. Oktober 2007</p>
<p>Die Koordination der Anreise ist eine erste Herausforderung: Andreas aus Dresden, Dorothea aus Ladenburg, Edmund und Karola aus Griesheim und Norbert und Birgit aus Hennef lassen die Tour mit dem Mietwagen bis Neustadt in der Lübecker Bucht mehr als 1300 Kilometer lang werden. Ferienbedingte Staus machen das Maß voll.<br />
Zeit, sich näher kennen zu lernen, sich auf den Urlaub vorzubereiten und sich schon mal in Geduld zu üben, die bei Seglern sprichwörtlich keine Grenzen kennt.<br />
Um 14:30 Uhr am Samstag erreichen wir dann endlich unseren Ablöseort und nehmen von der Orion Besitz.<br />
Matthias fährt mit dem Mietwagen zurück, nachdem wir gemeinsam kleinere Instandsetzungsarbeiten mit mitgebrachten Ersatzteilen durchgeführt haben<br />
Schnell ist die „Schlafordnung“ geregelt und der reichliche Proviant verstaut. Nach der langen Anreise entschließen wir uns, nicht mehr auszulaufen, verleitet die Nähe der Neustädter City doch noch zu einem Landgang mit abschließendem Abendessen in einer Hafenkneipe.<br />
Nach der wohlverdienten Nachtruhe geht es am Sonntagmorgen dann los.<br />
Die Neustädter Hafenausfahrt lässt es ahnen: spiegelglatte See und Nebel mit Sichtweite unter 50 Meter.<br />
Unter Radar und Motor geht es dann Richtung Fehmarn.<br />
Nach einer Stunde und etwa 7 Meilen kommt Wind auf und der Nebel lichtet sich. Segel setzen und der Segeltörn beginnt.<br />
Die Grußzeremonie des Erasmus ist, nicht nur an diesem Tag, ein besonderes Highlight. Da unsere Dorothea mit Nachnamen Erasmus heißt, ist das auch für die nächsten Tage ihre Aufgabe.<br />
Der Portwein ist gut und beschert uns dann auch den erforderlichen Wind, um unser Ziel Burg auf Fehmarn zu erreichen. Reinsegeln bis in den Hafen und dann ein schöner Heckanleger, um unsere Heckgangway auf dem Steg zu platzieren.<br />
Gemeinsames Kochen unter Leitung unserer gourmetkocherfahrenen Edmund und Karola runden den Tag ab.<br />
Der Abend gehört der Haifischbar und der Ramazzotti ist überall gut.<br />
Montag wird zeitig aufgestanden, wollen wir doch versuchen, Aerö in der dänischen Südsee zu erreichen.<br />
Norbert und Birgit nehmen sich der Aufgabe an, Brötchen zu holen und dabei die am Vortage geschriebenen Karten in einen Briefkasten zu stecken.<br />
Aber sie sind mit beiden Aufgaben überfordert: keine Brötchen, dafür Karten wieder da. Da muss der Skipper ran. Ist kein Problem, kann er sich doch in seglerischer Hinsicht auf seine Crew verlassen. Vielleicht sollte es aber auch ein Test sein.<br />
Gegen 10:00 Uhr geht es dann los. An der Ansteuerung Fehmarnsund werden die Segel gesetzt und der Segeltag nimmt seinen Lauf.<br />
Immer wieder ein Erlebnis ist die Unterquerung der Fehmarnsundbrücke. Durchfahrtshöhe je nach Wasserstand ca. 22 Meter &#8211; Antennenhöhe der Orion ca. 21.7 Meter. Bange Blicke, aber es reicht mal wieder.<br />
Gegen 16:00 Uhr erreichen wir Bagenkop und sind um 18:00 Uhr an der Ansteuerung von Marstal.<br />
Ein exzellenter Segeltag, ca. 42 Meilen in sieben Stunden. Da muss man zufrieden sein, zumal wir bis in den Vorhafen segeln und dann erst die Lappen runter nehmen. Heckanleger in einer der zahlreichen freien Boxen, anders als in der Hauptsaison. Gangway raus und Anlegergetränk aufgetischt. Jeder hat da so seine speziellen Getränke.<br />
Beim gemeinsamen Kochen lassen wir diesen wunderschönen Segeltag noch einmal Revue passieren.<br />
Der Abend klingt in einem dänischen Pub bei Livemusik aus und will kein Ende nehmen.<br />
Wir vereinbaren, noch am nächsten Tag, wenn es der Wind zulässt nach Aerösköbing zu gehen. Ein kurzer Trip, so um die 17 Seemeilen.<br />
Am nächsten Morgen dann Regen in Strömen und böiger Wind. Das hatte der Ausdruck auf dem Wetterfax bereits angedeutet. Wir schlafen also aus und warten, denn der Wind und der Regen sollen nachlassen.<br />
Die Crew vertreibt sich die Zeit mit Landgang und Shopping.<br />
Um 14:00 Uhr geht es dann los. Edmund, wie so oft, am Steuer und der Rest der Crew setzt Segel. Das machen wir noch im Hafen, setzt der Wind doch so, dass wir das anspruchsvolle Fahrwasser segeln können. Im Groß binden wir das 1. Reff ein, um etwas Druck und Geschwindigkeit zu nehmen, da wir den Liftkiel ein Stück hochziehen müssen. Diese Arbeit übernimmt natürlich die Hydraulik.<br />
In rasanter Fahrt geht es durch das Fahrwasser. Die letzten 5 Meilen heißt es kreuzen. An der Ansteuerung zum Fahrwasser Aerösköbing nehmen wir die Segel runter. Zweieinhalb Stunden für 16 Meilen sind kein schlechter Schnitt. Leider war der Segeltag sehr kurz.<br />
Umso mehr genießen wir die wunderschöne alte Stadt, in der wir uns wie in einer anderen Welt fühlen. Hier empfinden wir, trifft der Spruch von der Welt, die noch in Ordnung ist, wohl am ehesten zu. Natürlich kochen wir auch heute wieder gemeinsam und entschließen uns – nach einem ausgiebigen „Zug durch die Gemeinde“ – noch zu einen Absacker auf dem Schiff.<br />
Die Wettervorhersagen für die nächsten Tage lassen uns noch lange über die weitere Törnplanung diskutieren. Sturm bis zum Orkan ist angesagt. Für morgen bereits im Skagerrak mit der Tendenz südlicher Verlagerung.<br />
Unser Ziel ist das deutsche Festland. Bis Heiligenhafen sind es fast 50 Meilen und für den Beginn des Tages ist schwacher umlaufender Wind gemeldet.<br />
Gegen 9 Uhr laufen wir aus und setzen sofort die Segel. Vergeblich hoffen wir, dass sich die Meteorologen geirrt haben. Nicht nur heute, auch an den kommenden Tagen.<br />
Nach drei Stunden werfen wir den Motor an und holen die Fock ein. Wollen die letzte Mütze Wind noch mitnehmen. Da kann auch „unser“ bordeigener Erasmus nichts ausrichten.<br />
Gegen 19 Uhr queren wir den Kiel-Ostsee-Weg. Danach nehmen wir auch das Großsegel und den schwarzen Kegel weg. Es herrscht Windstille, die so genannte Ruhe vor dem Sturm. Dafür, dass wir unter Motor fahren müssen, werden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang entschädigt. Jeder genießt das und es wird fast nicht gesprochen.<br />
Gekocht wird auf dem Schiff. Unter Leitung von Dorothea werden Bouletten zubereitet und danach gemeinsam verzehrt.<br />
Dann fällt die Nacht aufs Meer, wir schalten wieder das Radar an und navigieren nach Leuchtfeuern.<br />
So erreichen wir gegen 22:00 Uhr Heiligenhafen und machen unser Schiff mit einem Heckanleger in einer der zahlreichen Pfahlboxen fest. Die Crew ist jetzt so eingespielt, dass alle Manöver richtig Freude machen.<br />
Einer Absackerkneipe zu finden ist nicht einfach, schließen die meisten Lokalitäten doch 22 Uhr.<br />
Am Marktplatz gelingt es uns dann doch noch, den überwiegend unter Motor verbrachten Tag ausklingen zu lassen.<br />
Nachts bricht der Sturm los. Das Schiff krängt bis zu 15 Grad im Hafen und die Nacht wird unruhig.<br />
Am Morgen dann der Auslaufpoker. Noch bläst der Wind mit ca. 8 Bft zu stark, doch gegen Mittag soll es für einige Stunden auf 6 bis 7 Bft zurückgehen.<br />
Das Problem ist: der Wind kommt aus Nordost und wir müssen in die Lübecker Bucht, da wir unser Schiff, wie jedes Jahr, nach Gernsheim am Oberrhein überführen müssen.<br />
Das bedeutet, dass wir die gesamte Ostseewelle zu spüren bekommen.<br />
Gegen 11.30 Uhr laufen wir aus. Andreas am Steuer, Edmund setzt das Groß, Norbert überwacht die Großschot, Birgit, Karola und Dorothea klarieren die Fallen und wachen über das Klarkommen der anderen Leinen.<br />
Die Rettungswesten sind angelegt und die Lifebelts verteilt. Jeder hat einen Punkt, an dem er sich einpicken kann.<br />
Wir reffen sofort. Im Fehmarnsundfahrwasser wird die Fock gesetzt. Das übernimmt Norbert.<br />
Der Wind bläst mit Stärke 7, doch noch ist alles in Ordnung.<br />
Gegen 12:30 Uhr verlassen wir das Fehrmarnsundfahrwasser und können abfallen. Mit 8 bis 9 Knoten, bei 60 Grad am Wind, geht es Richtung Dameshöved. Wenige Boote sind unterwegs, die meisten unter Motor. Eigentlich unverständlich bei 1,5 bis 2 Meter hoher Welle.<br />
Um 14:30 Uhr erreichen wir die Gefahrentonne. Jetzt wird es spannend. Wir müssen noch weiter abfallen. Der Wind hat mittlerweile wieder Stärke 8 erreicht und kommt in Böen mit 9 bis 10. Wir müssen platt vors Laken. Eine Herausforderung an die Steuermänner. Wir holen die Fock ein und laufen bei 2,5 Meter hoher Welle nur unter gerefftem Groß mit bis zu 10 Knoten.<br />
Außer uns ist niemand mehr unterwegs. Wir sind allein mit dieser rauhen See.<br />
Der Wind nimmt weiter zu und dreht etwas rück, das bedeutet, wir müssen halsen. Natürlich fahren wir unter diesen Bedingungen eine Q-Wende: dreimal rechts abbiegen ist wie einmal links gefahren. Das ist allerdings bei Windstärke 9 ein aufregendes Manöver, welches keine Fehler verzeiht. Überhaupt, eine tolle Crew, einige können sogar noch essen.<br />
Bis auf unseren Hauptsteuermann Edmund hat niemand mit Seekrankheit zu kämpfen, doch der löst dieses Problem während er steuert mit Bravour.<br />
Wir entschließen uns, Neustadt anzulaufen, da Andreas mit der Ancora-Marina für Freitag einen Krantermin zur Montage eines größeren Propellers vereinbart hat.<br />
Der Wind bläst mittlerweile mit 9 in Böen bis 11 und alles ist wie selbstverständlich. Auch als wir plötzlich bei Pelzerhaken Landschutz erreichen und die Welle nachlässt. Wir segeln bis in den Hafen von Neustadt und nehmen dann unser gerefftes Groß herunter.<br />
Den Längsanleger nehmen wir an unserem gewohnten Platz, doch eine Veränderung stellen wir fest: Neustadt hat Hochwasser. Der Uferweg steht unter Wasser und ist unpassierbar.<br />
Doch wir haben es geschafft. Danke an alle die diesen Trip miterlebt haben. Ihr habt bewiesen, dass ihr auch unter schwierigsten Bedingungen segeln könnt. Die Voraussetzung für das Führen von Schiffen.<br />
Natürlich genießen wir den Abend und die Ruhe nach dem Sturm. Andreas bereitet seine Spezialität zu: gebratene Schollen nach Finkenwerder und Büsumer Art. Und danach fließt wieder … der Ramazzotti.<br />
Am nächsten Tag fahren wir dann in die Ancora-Marina zum Travellerlift. Doch welche Enttäuschung: wir können infolge des Sturms nicht gekrant werden. Das ist zu gefährlich.<br />
Eine landseitige Inspektion der Lübecker Bucht ergibt: Ein Meer voller Schaumkronen macht die auch noch so kurze Fahrt nach Travemünde unmöglich. Fazit: Zurück nach Neustadt und Hafenidylle genießen.<br />
Ein klein wenig leidet unsere weitere Planung darunter und ein Wermutstropfen: Birgit und Norbert müssen uns am Samstag verlassen.<br />
Angelika aus Dresden wird beide ersetzen müssen. Eine schwierige Aufgabe für sie, sind wir doch ein eingespieltes Team.<br />
Das Warten auf Angelika verkürzen wir uns durch einen Besuch des zur Stammkneipe aufgestiegenen Hafenlokals.<br />
Um 23:00 Uhr ist Angelika dann endlich da, langerwartet, denn in ihrem Gepäck befinden sich auch 3 Flaschen Ramazzotti, wichtiges Utensil zur Bekämpfung der Seekrankheit.<br />
Bis 1:00 Uhr wird noch geklönt. In dieser Nacht sind wir sieben.<br />
Morgens heißt es 5 Uhr früh aufstehen!<br />
Gegen 6:30 Uhr verabschieden wir uns von Norbert und Birgit, wobei auch Tränen fließen. Die beiden ruft ihr Geschäft nach Hause. Sonst hätte es gepasst, fahren wir doch in den nächsten Tagen mit der Orion fast an ihrer Haustür vorbei.</p>
<p>Die nächste Etappe lässt uns wenig Zeit, über den Abschied nachzudenken.<br />
Angelika wird ab jetzt das Schiff führen, da Andreas dienstlich nach Düsseldorf muss.<br />
Bevor der Mast gelegt wird, müssen wir mindestens nach Travemünde, denn mit gelegtem Mast über die Lübecker Bucht bei der noch vorhandenen Dünung &#8211; das macht sich nicht so besonders.<br />
Also zum letzten Mal die Segel hoch, zum letzten Mal den Erasmus gegrüßt, zum letzten Mal die See genießen. Machs gut Ostsee, bis zum nächsten Jahr. War ziemlich hart, aber fertig wurden wir mit dir allemal!<br />
In Travemünde nehmen wir zum letzten Mal die Segel runter. Wir fahren nun doch bis Lübeck und schlagen bereits auf der Fahrt auf der Seetrave die Segel ab. So machen wir wieder etwas Zeit gut.<br />
Im Hansehafen gegen 11:00 Uhr angelegt, beginnt das Spektakel. Der 6 Tonnen Kettenzug legt den Mast, dann wird er parallel gelegt. Aufräumen können wir während der Fahrt auf dem Elbe-Lübeck-Kanal.<br />
Wegen des hohen Wasserstandes nehmen wir die Route über die Hubbrücke in Lübeck. Dann geht es durch die Stadt, der ersten Schleuse Büssau im Elbe Lübeck Kanal entgegen. Fünf Schleusen sind es bis Mölln. Wir kommen noch bis Witzeeze. Dort beendet ein spannendes Anlegemanöver den Tag. Das Anlegerbier bei Wera wird uns verwehrt, da die Kneipe bereits geschlossen ist.<br />
Um 7 Uhr beginnt am nächsten Tag der Schleusenbetrieb. Wir sind mit dabei. Noch zwei Schleusen bis zur Elbe. Das schöne Lauenburg genießen wir nur vom Schiff aus, wollen wir doch morgen Hannover erreichen.<br />
Über die Elbe geht es in den Elbe-Lübeck-Kanal. Dort ist das Schiffshebewerk in Lüneburg immer wieder ein Erlebnis. Hier beweist Dorothea, dass von ihrer Höhenangst nicht mehr viel übrig geblieben ist, oder sie lässt sie sich nicht anmerken.<br />
Gegen Mitternacht erreichen wir Schleuse Uelzen, die Schleuse mit der höchsten Hubhöhe in Deutschland, genau 25 Meter. Wir werden allein geschleust und kommen uns wie in einem spannenden Krimi vor. Beleuchtung und Geräusche der Schwimmpoller sorgen für die perfekte Kulisse.<br />
Es ist immer noch Nacht. Der Mittellandkanal empfängt uns mit leichtem Nebel. Um 6:00 Uhr sind wir an der Hindenburgschleuse in Hannover-Anderten.<br />
Hier lässt sich Andreas mit dem Taxi abholen und zum Bahnhof bringen. Er will abends irgendwo am Kanal wieder zusteigen.<br />
Er muss schnell von Bord, denn die Schleuse zeigt bereits grün und wir werden über Funk aufgefordert, einzufahren.<br />
Karola, Dorothea und Edmund fahren das Schiff unter Angelikas Leitung.<br />
Ist schon ein komisches Gefühl, die vier weiterfahren zu sehen.<br />
Drei Frauen und ein Mann. Die meisten Freizeitbootsbesatzungen sind anders besetzt. Es ist einfach gut so.<br />
In Hannover wird Wasser gebunkert. 30 Kilometer vor dem Dortmund-Ems-Kanal wird es dunkel. Die letzte durchfahrene Nacht steht bevor. Jeder steuert das Schiff auch nachts. Ist für alle eine Erfahrung, die niemand so schnell vergisst.<br />
Bei Kilometer 85 im DEK streikt plötzlich der Motor. Mit dem letzten Schwung retten wir uns an einen Festmacher und eine Straßenbrücke ist auch in der Nähe.<br />
Andreas lässt sich mit dem Taxi an den Kanal bringen und ist gegen 1:00 Uhr wieder dabei.<br />
Die Kraftstoffleitung muss entlüftet und der Filter überprüft werden. Beim 3. Versuch springt der Diesel wieder an.<br />
Gegen Morgen schleusen wir in Münster, dann geht es am Dattelner Meer sowie der Kanalstufe Henrichenburg mit dem schönen alten Schiffhebewerk vorbei in den Rhein-Herne-Kanal.<br />
Unbefriedigend ist, dass wir von den Bunkerbooten keinen Kraftstoff erhalten. Wir rufen über Funk die Revierzentrale, die uns nach Castrop-Rauxel in den Yachthafen weiterleitet. Dort können wir volltanken.<br />
Drei Tage und zwei Nächte sind wir jetzt ununterbrochen unterwegs, als wir im Yachthafen Oberhausen anlegen. Da waren wir noch nie!<br />
Alle sind ziemlich müde. Aber Karola, Dorothea und Andreas wollen nochmal in die Disco. Dort wird uns aber empfohlen, lieber draußen zu bleiben. So ist das, wenn junge Frauen mit alten Männern ausgehen.<br />
Dann finden doch noch eine schöne Kneipe, doch viel ist mit uns auch nicht mehr los!<br />
Am nächsten Morgen geht es um sieben Uhr weiter. Welcher Tag ist eigentlich &#8211; ach ja, Mittwoch der 3. Oktober &#8211; Tag der deutschen Einheit. Da wollen wir mal schön brav sein und in unserer gemischt deutsch-deutschen Besatzung nicht streiten.<br />
Die letzten beiden Schleusen sind die Kür, dann hat uns der Rhein wieder. Düsseldorf ist unser Ziel, was wir gegen 15:00 Uhr erreichen.<br />
Hier verlässt uns unser Skipper Angelika. Mit dem Flieger geht es nach Dresden, aber nur für 3 Tage. Spätestens in Rüdesheim will sie wieder mit dabei sein.<br />
Andreas übernimmt wieder das Kommando.<br />
Nach einem Kö-Bummel statten wir der Altstadt einen Pflichtbesuch ab und landen beim „Uerigen“. Der Versuch, dort einen Schoppen Wein zu bestellen, beschert dem Kellner noch einen lustigen Abend.<br />
Donnerstag, wir wollen nach Köln. Doch zuerst haben wir mit Nebel zu tun, müssen sogar das rechte Ufer anlaufen und warten, bis die Sicht wieder besser geworden ist. Um 16 Uhr sind wir im Rheinauhafen.<br />
Die Altstadt ist Pflicht und wir haben Glück. In der ältesten deutschen Jazz-Kneipe gibt es Livemusik und wir verwandeln diese Lokalität noch in einen Tanzschuppen.<br />
Es wird spät und wir müssen am nächsten Tag doch Koblenz erreichen. Also 5 Uhr aufstehen, Motor-Check und los geht’s.<br />
Je näher wir nach Koblenz kommen, umso stärker wird die Strömung. Zum Teil fahren wir unter 6 km/h über Grund, Doch wir schaffen es. Um 20:00 Uhr sind wir in Koblenz am Mittelanleger, vor der ersten Moselbrücke.<br />
Ein schönes Stück Rhein und dann das deutsche Eck und die beleuchtete Festung Ehrenbreitenstein.<br />
Heute Abend muss wieder ein Lokal herhalten, welches wir zur Disko umfunktionieren. Tolle Stimmung. Ach ja und da war ja noch Joseph, so ein Kartenspielertyp……<br />
Gegen Mitternacht geht’s wieder auf die Orion.<br />
Freitag steht uns das härteste Stück Rhein bevor.<br />
Die Lahnmündung, St. Goar, die Lorelei, die Rheinpfalz, dieses Stück bezeichnen wir gern als das Königsstück dieses Flusses.<br />
Dann kommt das Binger Loch, in dem wir nur noch mit ca. 5 Km/h über Grund vorwärts kommen, der Mäuseturm, die Nahemündung und schließlich Bingen und dann Rüdesheim.<br />
Das ist jetzt schon Heimat, liegen wir doch jedes Jahr ca. 2 Wochen in Bingen in der Werft.<br />
In Rüdesheim ist natürlich die Drosselgasse Pflicht, wo wir wieder unsere Tanzleidenschaft ausleben können.<br />
Inzwischen ist Angelika auch wieder mit dabei.<br />
Der schöne Abend endet mit einem Absacker auf dem Schiff.<br />
Die Reise nach Gernsheim am nächsten Tag über Wiesbaden und Mainz genießen alle mit etwas Wehmut. Alles Schöne geht mal zu Ende so auch diese spannende Reise und damit auch die Saison.<br />
Kurz vor Gernsheim überrascht uns Skipper Andreas noch mit Wunderkerzen, die beim „Kapitänsdinner“ am Vortag irgendwie vergessen wurden.<br />
Wir laufen in Gernsheim ein und das Schiff ist voller Leute, eigentlich wie jedes Jahr. Edmund und Karola werden von Freunden abgeholt. Angelika und Andreas fahren Dorothea nach Ladenburg und nach gemeinsamen Abendessen weiter nach Dresden.<br />
Es war einfach wieder schön!</p>
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		<title>&#8220;Schweres-Wetter-Segelwoche&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Sep 2007 14:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonnabend, 25. August &#8211; Travemünde Nachdem ich gestern meinen ersten Törn ohne Co-Skipper gesegelt bin, bräuchte ich erst einmal eine kleine Verschnaufpause. Daraus wird aber nichts, es ist Crewwechsel. Das bedeutet wie immer Stress &#8211; dreimal Waschsalon hin und zurück, Proviantliste durchgeben, klar Schiff machen und, und, und… Zum Glück helfen Peter und Frank mit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonnabend, 25. August &#8211; Travemünde</strong></p>
<p>Nachdem ich gestern meinen ersten Törn ohne Co-Skipper gesegelt bin, bräuchte ich erst einmal eine kleine Verschnaufpause. Daraus wird aber nichts, es ist Crewwechsel. Das bedeutet wie immer Stress &#8211; dreimal Waschsalon hin und zurück, Proviantliste durchgeben, klar Schiff machen und, und, und… Zum Glück helfen Peter und Frank mit, die heute wieder nach Dresden reisen werden. Während ich gerade wieder zum Waschsalon haste, gibt es einen Riesenknall im Hafen. Ein Segler, der bei einer mächtigen Brise Wind (allerdings mit dem Wind) ablegen will, kracht mit dem Holzmast seines Schiffes gegen den Klüverbaum der Kogge, die im Fischereihafen festgemacht hat. Der Mast ist breit. Ich bekomme bei der Rückkehr gerade noch mit, wie die zersplitterten Teile demontiert werden und sehe die betretenen Gesichter der Crew.</p>
<p>Aber noch warten wir auf Ulrike, Walter und ihren Sohn Fabian. Nachmittags kommen sie gemütlich an, das Auto voller Proviant und Gepäck. Sie sind schon so oft mit uns gesegelt, so dass sie sich sofort wie zu Hause fühlen. Wir verabschieden Peter und Frank und beschließen, heute nicht mehr zu starten. In Travemünde ist Baltic-Sail, da können wir noch Einiges erleben. Zum Beispiel jede Menge Shanty-Chöre. An jeder Ecke fast begegnen wir einem. Ehe wir bemerken, dass es gar nicht so viele sind, sie nur mehrfach und an verschiedenen Orten auftreten, ist der Tag schon fast vorüber.</p>
<p><strong>Sonntag, 26. August &#8211; Travemünde &#8211; Wismar</strong></p>
<p>Wir gehen heute bei westsüdwestlichem Wind nach Wismar. Zuerst sieht es so aus, als würde ein Gewitter nach dem anderen über uns kommen, also reffen wir vorsichtshalber. Später treiben die Gewitterwolken aber davon. Mit dem achterlichen Wind kommen wir bis zur Ansteuerungstonne &#8220;Offentief&#8221;, dort müssen wir halsen. Meine drei Mitsegler können sich nicht erinnern, so ein Manöver schon einmal gefahren zu haben, deshalb erkläre ich es ihnen. Es klappt ganz gut. Wir sind im Fahrwasser nach Wismar, vorbei an Timmendorf mit seinem niedlichen Hafen, am Walfisch und den Dalben mit den Schwedenköpfen in der Hafeneinfahrt. Wir machen im Alten Hafen fest. Abends wird obligatorisch noch ein schöner Spaziergang durch die Altstadt gemacht, wobei ich feststelle, dass die „Volkskammer“ vermutlich für immer geschlossen hat. In dieser ostalgischen Kneipe bekam man die Rechnung noch mit dem HO-Gaststättenaufdruck. In der Vergangenheit war unser Aufenthalt in Wismar immer mit einem Pflichtbesuch dort verbunden.</p>
<p><strong>Montag, 27. August- Wismar &#8211; Timmendorf</strong></p>
<p>In der Nacht kommt Andreas. Ich bin sehr froh darüber und das in mehrerer Hinsicht. Beim heutigen Starkwind legen wir erst mittags ab. Der Wind weht bis 8 Beaufort. Wir nehmen uns deshalb kein allzu großes Stück vor und segeln, weiterhin gerefft, nur bis Timmendorf. Nach dem total harten Anlegemanöver sind wir fix und fertig und verschwinden heut schon zeitig in unseren Kajüten.</p>
<p><strong>Dienstag, 28. August &#8211; Timmendorf &#8211; Kühlungsborn</strong></p>
<p>Der starke Wind hat auch über Nacht nicht nachgelassen. Tagsüber wird es nur unwesentlich weniger. Nachdem sich Walter und Fabian eine Riesencurrywurst mit Pommes gegönnt haben, fällt der Entschluss, auszulaufen. Aus dem Hafen heraus ist es stressig aber später ist es reinstes Bilderbuchsegeln mit Nordwestwind Stärke 6 gen Kühlungsborn. Zuletzt treffen noch einige Böen bis 7 auf uns. In Kühlungsborn fahre ich einen Heckanleger während einer solchen Bö. Bin wieder froh, dass Andreas mir mit seinen Tipps zur Seite steht.<br />
Abends schauen wir uns auf Fabians Reise-DVD-Player noch „Asterix erobert Rom“ auf sächsisch an, dann versinken wir in tiefen Schlaf.</p>
<p><strong>Mittwoch, 29. August &#8211; Kühlungsborn</strong></p>
<p>Unsere drei aus Bayern interessiert es, wie es dort aussieht, wo der letzte G 8-Gipfel stattfand. Und Andreas und ich wollen ihnen gern eine Fahrt mit der Schmalspurbahn, dem „Molly“, nahe bringen. Also verbinden wir alles, erklären diesen Tag zum „Hafentag“ und ziehen los. Zuerst von Kühlungsborn-Ost nach Kühlungsborn-West zu Fuß, mit dem „Molly“ nach Heiligendamm, kleiner Rundgang und zurück. Heiligendamm scheint sie nicht sooo sehr beeindruckt zu haben.</p>
<p><strong>Donnerstag, 30. August &#8211; Kühlungsborn &#8211; Burgstaaken</strong></p>
<p>Heute bekommen wir wieder so richtig was auf die Mütze. Bei Südwest- bis Westwind und teilweise acht Windstärken segeln wir von Kühlungsborn nach Fehmarn. Zuletzt geht es so richtig gegen an. Fabian hält tapfer durch, aber so kennen wir ihn.<br />
Während er sich heute Abend einen anderen Asterix-Film, dieses Mal auf hessisch hereinzieht, ziehen wir vier Großen auf einen Absacker noch einmal in die berühmte  „Haifischbar“ von Burgstaaken ein.</p>
<p><strong>Freitag, 31. August &#8211; Burgstaaken &#8211; Wismar</strong></p>
<p>Nicht nur für unsere Crew, auch für mich ist heute letzter Segeltag. Wir wollen nach Travemünde. Der Südwestwind, der laut Vorhersage auf West drehen soll, dreht nicht und lässt uns unser Ziel vergessen. Um uns nicht zu sehr weh zu tun, wählen wir nach zweistündigem Wellenreiten Plan B. Das ist Wismar. Mit dem nun raumen Wind kommen wir gut zurecht und müssen uns nicht zu sehr quälen. Auch heute ist Fabian klasse. Er nörgelt nicht und erträgt auch den Regen ohne zu murren. Wir sind stolz auf ihn.<br />
In Wismar sind wir zwar nun schon zum zweiten Mal, doch heute wählen wir einen anderen Hafen, da sind die Eindrücke auch anders. Wir legen im Wasserwanderhafen an.<br />
Abends lassen wir uns die von Andreas wieder so lecker zubereiteten Schollen schmecken und schauen zum letzten Mal einen Asterix-Film.</p>
<p><strong>Sonnabend, 31. August &#8211; Wismar</strong></p>
<p>Bevor Ulrike, Walter und Fabian abreisen, bekommt Fabian heute noch ein Geschenk von mir, weil er diese Woche, in der zumeist echtes Schwerwettersegeln angesagt war, so tapfer durchgestanden hat. Er sucht sich das Geschenk selbst aus, es ist natürlich ein Schiff, allerdings von Lego, logo.<br />
Andreas und ich sind zuversichtlich, dass es den drei&#8217;n wieder ganz gut bei uns gefallen hat.<br />
Bis zum nächsten Mal!</p>
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		<title>Rund Rügen II</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Sep 2007 19:14:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segelfreund</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitseglerberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, wir sind die neue Crew. Wir, das sind Simone, Raik, Sabine und Wolfgang. Nachfolgend möchten wir einige Gedanken und Begebenheiten für die „Nachwelt“ niederschreiben. Samstag, 11.08.2007 &#8211; Stralsund Unsere Tour beginnt gleich mit einem sehr prägenden Erlebnis. Recht angenehm und staufrei angereist, stehen wir vier „Landeier“ mit einem leichten Kribbeln im Bauch und ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, wir sind die neue Crew. Wir, das sind Simone, Raik, Sabine und Wolfgang.<br />
Nachfolgend möchten wir einige Gedanken und Begebenheiten für die „Nachwelt“ niederschreiben.</p>
<p><strong>Samstag, 11.08.2007 &#8211; Stralsund</strong></p>
<p>Unsere Tour beginnt gleich mit einem sehr prägenden Erlebnis.<br />
Recht angenehm und staufrei angereist, stehen  wir vier „Landeier“ mit einem leichten Kribbeln im Bauch und ein bisschen nervös – was wird die Woche uns wohl bringen? – auf dem Bootsanleger und warten auf unsere Skipper. Die sind noch unterwegs und stärken sich vorsichtshalber noch mal. Während wir so staunend die in den Hafen einlaufenden Segelboote beobachten, donnert eine Yacht in unserer Nähe heran. Eine Frau hechtet vom Bug des Schiffes  auf den Steg und ruft genervt: „Danke für die Hilfe!“. Wir vier sehen uns an und drehen uns um, um zu sehen, wem die „Dankesrede“ wohl gilt. Aber da ist niemand, … nur wir. Wir ziehen die Köpfe ein und verschwinden zügig in Richtung Mole, da schon die nächsten Segler im Anmarsch sind. Als uns dann unsere Skipper, Angelika und Andreas, begrüßen, können wir ihnen gleich unsere Story brühwarm erzählen. Die beiden amüsieren sich köstlich trotz unserer entrüsteten Gesichter. Ihnen ist klar, sie haben es hier eindeutig mit einer „BT-Truppe“ (nur Eingeweihten bekannt) zu tun.<br />
Den ersten Tag lassen wir in einem urigen Fischrestaurant gleich im Hafen ausklingen und bei einem Ramazzotti noch einmal Revue passieren. Amüsiert stellen wir fest, dass nur drei der sechs Ramazzotti-Gläser auf unserem Tisch gleich aussehen.</p>
<p><strong>Sonntag, 12.08.2007 – Stralsund – Wieck (Greifswald)</strong></p>
<p>Der erste Tag auf See. Wir sind schon alle sehr gespannt.<br />
Das Wetter meint es nicht besonders gut mit uns, denn es ist neblig und feucht. Da wir Richtung Greifswalder Bodden wollen, müssen wir durch die Ziegelgrabenbrücke (Rügendamm). Die Brücke öffnet nur viermal am Tag, da ist der Ansturm der Boote zum Passieren erheblich. Wie bei einer Regatta schießen die vielen Boote davon, als grünes Licht wird. Für uns Anfänger ist das  schon ein toller Anblick. Wir lernen bei unseren ersten Seemeilen schon mal die wichtigsten Dinge beim Segeln, um auch selbständig helfen zu können. Ohne Zwischenfälle erreichen wir den Hafen von Wieck.<br />
Nachdem wir sicher im Hafen liegen, machen wir uns sogleich auf den Weg, den kleinen Ort anzuschauen. Angelika und Andreas legen uns das Kloster Eldena besonders ans Herz. Aber hier kommt es auf die richtige Navigation an, die haben wir noch nicht so drauf. Abends gehen wir uns alle sechs gemeinsam noch etwas die Füße dorthin vertreten. Und was sollen wir sagen: es ist ein sehr schönes Kloster!<br />
Endlich ist bei uns die Nervosität abgeklungen, denn wir schlafen wie tot diese Nacht.  Nicht bevor wir einen Absacker-Ramazzotti aus unseren sechs kunterbunten Ikea-Bechern zu uns genommen haben.</p>
<p><strong>Montag, 13.08.2007 – Wieck (Greifswald) – Gager (Rügen)</strong></p>
<p>Es ist jeden Morgen ein schöner Moment, die Leinen zu lösen und langsam aus dem Hafen zu laufen, nur mit dem Gedanken: Was werden wir heute Schönes auf See erleben? Manch einer denkt vielleicht, dass ist doch bestimmt langweilig. Doch es gibt so viel zu beobachten, zu lernen, aufzupassen zu machen und zu tun, da kommt einfach keine Langeweile auf.<br />
Wegen der totalen Flaute (das heißt so wenn kein Wind ist) kommen wir zuerst nur mit einem Knoten vorwärts, dann gar nicht mehr. Reichlich Zeit für ein gemeinsames Bad im recht „warmen“ Bodden. Dann liest uns Angelika aus einem Buch heitere Anekdoten rund ums Segeln vor, dabei warten wir geduldig auf Wind.<br />
Das Warten lohnt sich. Am späten Nachmittag kommt doch der ersehnte Wind auf, so dass wir den Hafen von Gager noch in einer guten Zeit erreichen. Abends gehen wir für einen (oder waren es etwa mehrere?) „Absacker“ ins Hafenrestaurant. Eindrucksvoll, wie viele unterschiedliche Sorten an Ramazzotti-Gläsern heute zum Einsatz kommen!</p>
<p><strong> Dienstag, 14.08.2007 – Gager (Rügen) – Kröslin (Usedom)</strong></p>
<p>Es ist Brauch, wenn die Segel gesetzt sind, dem Schutzheiligen der Seefahrer zu huldigen. Jeden Morgen spricht ein anderes Crewmitglied zu Erasmus  mit der Bitte um mäßig Wind und reichlich Sonnenschein. Das ist auch ein Grund, weshalb wir uns auf das Auslaufen freuen. Schließlich bekommt jeder, nicht nur Erasmus, einem kräftigen Schluck aus der Portweinflasche. Manchmal dauert dann die Umsetzung bei Erasmus etwas länger, aber wir können doch im Großen und Ganzen zufrieden sein. Heute ist so ein Tag. Nachdem wir Gager verlassen, die Segel gesetzt und Erasmus gegrüßt haben, passiert erst mal gar nichts. Erst als wir aus dem Fahrwasser kommen, beschert uns Erasmus eine ganze Mütze voll Wind, die uns fast durchgängig mit halben Wind segelnd nach Kröslin bringt. Beim Landgang bewundern wir die schwimmenden Ferienhäuser  und besichtigen die hübsche Dorfkirche. Wir lassen uns sogar dazu überreden, etwas ins Gästebuch der Kirche einzutragen. Den Abend verbringen wir in der Hafen-„Taverne“ mit kurzweiligen Knobeleien und unserem obligatorischen Absacker &#8211; für jeden Ramazzotti. Selbst hier beim Italiener finden sich keine sechs gleichen Gläser. Wir werden das weiter beobachten!</p>
<p><strong>Mittwoch, 15.08.2007 – Kröslin (Usedom) – Lohme (Rügen)</strong></p>
<p>Heute geht es Richtung Lohme. Bei unserer Fahrt studieren wir einen Reiseführer, der uns darauf hinweist, dass es im Hafen von Lohme ein „niedliches“ Café geben soll. Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen, dass Erasmus uns gut gesonnen sein wird. Endlich legen wir in dem idyllischen Hafen an und erledigen alle notwendigen Arbeiten. Nun können wir das hoch gepriesene „niedliche“ Café besuchen. Doch uns kommt der Betreiber dieses besagten Cafés entgegen und teilt uns mit, dass er schließen müsse, da kein sauberes Geschirr mehr vorrätig wäre. Es ist nicht zu fassen, uns bleibt der Mund offen stehen und die Spucke weg. Doch dann überreden wir ihn mit Engelszungen und wir bekommen unsere ersehnten Espressi und Eisbecher.</p>
<p>Den Tag beschließen wir wie immer mit einem Absacker,  oberhalb in einem Restaurant und blicken von dort auf den verträumten Hafen. Zuvor besichtigen wir noch eine Attraktion von Lohme &#8211; den Schwanenstein. Ein großer Findling, der der Sage nach, eine recht traurige Geschichte hat.<br />
Wie nicht anders zu erwarten, bekommen wir unsere sechs Ramazzotti in Gläsern verschiedener Größe und Ausführung serviert. </p>
<p><strong>Donnerstag, 16.08.2007 – Lohme (Rügen) – Vitte (Hiddensee)</strong></p>
<p>Andreas ruft wie jeden Tag den Wetterbericht ab und der verspricht für den heutigen Tag eine stürmische See. Deshalb klingelt schon um 5 der Wecker. Und da wir eine total eingespielte (&#8230;)-Truppe sind, laufen wir schon kurz vor 7 aus. Der Wetterbericht hält was er verspricht. Sogar die Lifebelts kommen zum Einsatz. Wir segeln an Kap Arkona vorbei und das nicht „scharf“ (hart), sondern schon „chilischarf“ am Wind und zum Teil Windstärke 8.<br />
Am Abend genießen wir den Absacker im „Godewind“ in Vitte, obwohl der Wirt auch hier keine sechs gleichen Ramazzotti-Gläser vorrätig hat. Aber es kommt ja auf den Inhalt an. </p>
<p><strong>Freitag, 17.08.2007 – Vitte (Hiddensee) – Stralsund</strong></p>
<p>Heute steht uns ein anstrengender Tag bevor. Die letzte Strecke, die es zu bewältigen gilt, ist gespickt mit Herausforderungen: sehr engem und flachem Fahrwasser, schlechten Windverhältnissen und natürlich vielen Wasserfahrzeugen, Fähren, Wassertaxis, Motorbooten und Seglern. Da die Männer unserer Truppe die Navigation der Strecke super vorbereitet haben, können wir ohne Zwischenfälle den sicheren Hafen erreichen. Allerdings nicht ohne noch vorher in einen tüchtigen Regenschauer abzukriegen, dem wir bisher auf unserer gesamten Route immer entkommen konnten. Es soll halt nicht sein.</p>
<p>Nachdem alles aufgeräumt und die erste Wäsche gewaschen und getrocknet ist, nehmen wir unseren Abschiedstrunk im gleichen Hafenrestaurant wie zu Beginn unserer Segeltour, natürlich wie immer Ramazzotti. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass wir auch heute wieder keine sechs gleichen Ramazzotti-Gläser bekommen. Ist das Zufall? Lustig ist&#8217;s allemal.</p>
<p><strong>Samstag, 18.08.2007 – Stralsund</strong></p>
<p>Wir sitzen wir beim letzten Frühstück. Doch so richtigen Appetit hat keiner, denn gleich heißt es Abschied nehmen<br />
Wir verlassen das Schiff mit dem Gefühl, zu einer großen Familie gehört zu haben. Gern werden wir uns an die idyllischen Häfen, wie Lohme, Wieck und Gager, aber auch die recht modernen, wie Kröslin und natürlich Stralsund erinnern.<br />
Die anfänglichen Berührungsängste bei der Bedienung der Toilette sind verflogen. Wir haben uns jetzt  so daran gewöhnt, dass wir nun befürchten, bei der anschließenden Wiederherstellungs- und Erholungswoche auf Rügen, im Hotel die Toilettenbürste für Pumpzwecke zu missbrauchen. (Wir können alle beruhigen, alles wurde gut&#8230;    )</p>
<p>In dieser tollen Segelwoche, haben wir  viel gesehen und natürlich viel gelernt und es hat außerdem noch Spaß gemacht. Kein Wunder,  wir sind eben eine eingespielte „BT-Truppe“. </p>
<p>Danke!</p>
<p>Simone, Raik, Sabine, Wolfgang</p>
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		<title>Kreuzfahrt nach Westen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jul 2007 13:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonnabend. 14. Juli Bevor die neue Crew eintrifft, wird das Deck geschrubbt und gewienert und die Betten frisch bezogen. Andreas macht noch eine Damenbekanntschaft im Waschsalon, die er sogar noch auf unser Schiff einlädt. Doch Eile ist nötig. Ich hole den Proviant für die nächste Woche und lasse mich von Andreas mit dem Taxi abholen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonnabend. 14. Juli </strong></p>
<p>Bevor die neue Crew eintrifft, wird das Deck geschrubbt und gewienert und die Betten frisch bezogen. Andreas macht noch eine Damenbekanntschaft im Waschsalon, die er sogar noch auf unser Schiff einlädt. Doch Eile ist nötig. Ich hole den Proviant für die nächste Woche und lasse mich von Andreas mit dem Taxi abholen. Unsere Mitsegler in der kommenden Woche, Silvia, Petra, Hans und Jürgen sind bereits angereist und noch schnell mal in die Stadt. Hans muss sich noch einkleiden, er hat die Taschen mit seinen Sachen in Dresden liegen gelassen. Beim Sommerschlussverkauf kann er sogar einige Schnäppchen reißen.<br />
Die Bedingungen sind ideal zum Auslaufen. Also, los geht’s. Auf nach Vitte. Wieder ist Fahrwassersegeln angesagt. Silvia ist das erste Mal auf einer Segelyacht, die anderen haben schon Erfahrungen. Mit achterlichem Wind segeln wir durch das Fahrwasser nach Hiddensee.<br />
Hans und Petra beobachten mit ihrem Fernglas abwechselnd die Crew auf dem voraus segelnden Boot. Ihre Kommentare sind köstlich. Als wir das Schiff später überholen, können wir anderen überprüfen, ob die beiden alles richtig beobachtet haben.<br />
Dann sehen wir einen Schweden, der außerhalb des Fahrwassers dümpelt. Der scheint noch nicht gemerkt zu haben, dass es dort sehr flach ist und er vermutlich auf Grund gelaufen ist, denn er glaubt, er hat einen Motorschaden.<br />
Nach der kurzweiligen Fahrt kommen wir im Fischereihafen in Vitte an und ein Gewitter zieht auf. Die Segel sind im Vorhafen eingeholt und ich will den Hebel auf den Tisch legen. Doch der Motor streikt, ich komme nicht vorwärts. Andreas analysiert sofort: Der Gasbowdenzug ist gerissen. Ich wäre am liebsten verzweifelt, doch dazu war keine Zeit. Wir legen mit dem letzten Schwung an der Pier an und verholen uns dann an eine „Bavaria“, da wir unseren Anlegeplatz wieder verlassen müssen. Noch nicht richtig fest gemacht, blitzt und donnert es und ein Platzregen kommt herunter. Wir retten uns unter Deck. </p>
<p><strong>Sonntag, 15. Juli</strong></p>
<p>Heute am Sonntag können wir keinen neuen Bowdenzug organisieren, und hier auf Hiddensee ist es dafür auch ziemlich ungeeignet. Aber Frank, den wir anrufen, weil er gerade noch Urlaub in Hessen macht, kümmert sich drum, dass wir spätestens am Dienstag einen neuen einbauen können.<br />
In der Zwischenzeit hat es Andreas so hingekriegt, dass er vom Maschinenraum aus, auf meinen Zuruf hin, den Bowdenzug mit der Hand betätigt. Damit können wir zumindest an- und ablegen. Mehr wollen wir nicht, sind ja zum Segeln hier. Ein erster Versuch und es klappt. Da im Augenblick nur eine Brise Wind da ist, können wir in aller Ruhe die Segel setzen. Danach Motor aus und durchs Hiddensee-Fahrwasser Richtung Norden mit Kurs auf Mön.<br />
Die Sonne scheint, es weht ein anständiges Mützchen Wind aus West und wir kommen gut voran. Als Ziel haben wir Klintholm auf der Insel Mön festgelegt, das liegt im Nordwesten.<br />
Der schöne Segelwind lässt die Zeit schnell vergehen. Jeder, der möchte, kann ans Steuer. Außer Silvia, die von ihrer Seekrankheit vollkommen lahmgelegt ist, machen alle davon Gebrauch. Beim Einlaufen in Klintholm werden wir von der Hafenmeisterin angerufen, dass wir uns ins Päckchen legen sollen.<br />
Wir finden schnell ein Metallschiff, das uns geeignet erscheint. Das Eignerpaar hat nichts dagegen. Auf einmal geht es auch Silvia wieder gut.<br />
Petra und Hans machen sich auf den Weg zum Hafenmeister und kommen mit der Botschaft zurück, dass sie 28 Euro Hafengebühr bezahlen mussten. So viel haben wir noch nie bezahlt. Trotzdem füllt sich der Hafen bis zum Abend immens. In unserer Reihe liegen wir zu fünft. So richtig gemütlich wird es hier nicht. </p>
<p><strong>Montag, 16. Juli</strong></p>
<p>Am Morgen weht ein heftiger Nordwind. Wir können uns noch etwas Zeit lassen. Der Wetterbericht sagt nachlassenden Wind voraus. Hans und Jürgen besorgen in dieser freien Zeit noch fangfrische Dorsche beim Fischer. Gegen 11 lässt der Wind tatsächlich etwas nach und wir legen ab. Kurz nach der Hafenausfahrt setzen wir die Segel und ab gehts in Richtung Gedser. Die achterlichen Wellen sind heftig. Später dreht der Wind westlich und die Welle läuft seitllich ein. Hans, Jürgen und ich wechseln sich am Steuer ab. Auch Petra versucht es mal. Sie nutzt jedoch jede Möglichkeit, sich zu sonnen, Auch heute liegt sie die meiste Zeit in ihrem luxuriösen Bikini in Schlangenlederoptik auf dem Deck und sonnt sich. Sie will ja schließlich nicht als Strandkäse wieder nach Hause fahren. Außer Jürgen, der auch meist nur T-Shirt und kurze Hosen trägt, sind wir anderen eher Weicheier in unseren warmen Sachen oder Ölzeug.<br />
Nach 35 Seemeilen erreichen wir Gedser.<br />
Am Abend im Hafen lassen wir uns die gebratenen Dorsche schmecken. Hans zaubert aus den nicht bratbaren Teilen der Fische eine leckere Fischsuppe. Mit einem herzhaften Salat wird das Menü komplettiert.</p>
<p><strong>Dienstag, 17. Juli</strong></p>
<p>Früh steht Joggen auf dem Programm, aber nur fakultativ. Deshalb vertreibt sich ein Teil der Crew die Zeit unter der Dusche. Um 10 legen wir ab. Eine halbe Stunde später verlassen wir bei südwestlichem Wind unter Segel das Fahrwasser und kurze Zeit darauf setzen wir das erste Reff. Der Wind hat jetzt eine 7 erreicht. Wir heizen mit durchschnittlich 7 bis 8 Knoten auf Warnemünde zu. Tatsächlich schaffen wir es, bereits um 14 Uhr am Alten Strom anzulegen. Wir liegen wieder im Päckchen, dieses Mal als 3. Boot.<br />
Andreas beschafft gleich nach dem Festmachen den neuen Bowdenzug aus der Volvo-Werkstatt gegenüber. Der Einbau ist dann doch etwas problematisch, weil noch ein Führungsteil gebrochen ist. Es ist zu spät, noch jemanden zu finden, der es schweißen könnte.<br />
Heute Abend essen wir ausnahmsweise mal nicht auf dem Schiff, sondern suchen uns eine gemütliche Kneipe mit Blick aufs Wasser und die Schiffe, was sonst.</p>
<p><strong>Mittwoch, 18. Juli</strong></p>
<p>Bis um 10 dauert es noch, bis der Gasbowdenzug wieder perfekt funktioniert. Jetzt kann es wieder los gehen. Bei Windstärke 3 bis 4 aus West gehen wir auf westlichen Kurs. Fehmarn erreichen wir so nicht, da wir ja nur mit Kreuzschlägen vorwärts kommen. Ist aber nicht weiter schlimm, in Kühlungsborn ist es sehr schön. Schnell planen wir um. Nach einiger Zeit haben wir nur noch Windstärke um 1. Gelegenheit zum Baden. Aber nur Andreas und Jürgen trauen sich bei ca. 17 Grad ins Wasser.<br />
Nachmittags erleben wir noch ein Naturschauspiel. Innerhalb weniger Minuten werden wir durch äußerst heftige Sturmböen aktiviert. Das Schiff krängt außergewöhnlich, deshalb müssen wir blitzschnell das 1. Reff einholen. Nach einer Viertelstunde ist alles vorbei. Wir reffen wieder aus. Mit einigen kurzen Kreuzschlägen erreichen wir die Hafeneinfahrt. Dort erst holen wir die Segel ein und suchen einen passenden Heckanleger.</p>
<p><strong>Donnerstag, 19. Juli</strong></p>
<p>Heute Morgen &#8220;stürzen&#8221; sich Andreas und ich in die Fluten. Das Wasser ist eisekalt und eigentlich nur was für Eisbären und Pinguine. Doch wir sind mutig.<br />
Wir legen wieder gegen 10 ab. Wieder geht es westlich. Heute könnten wir Timmendorf auf der Insel Poel schaffen. Im Laufe des Tages lässt der Wind zwar nach aber er dreht östlich, richtiger Spinnakerwind. Den setzen wir dann auch. Es wir ein Tag zum Faulenzen. Wir genießen es alle. Silvia hat sich auch an das Schaukeln gewöhnt. Nur Petra verzagt, ihr ist es sooo langweilig &#8211; kein bisschen Action. Aber später, als der Wind auffrischt, ist sie es, die vorschlägt, noch bis Wismar zu segeln &#8211;  weil dort im Gegensatz zu Timmendorf was los sei.<br />
Bei unserer Ankunft im Stadthafen sind wir leicht bestürzt. Eine ganze Uferseite hat sich zur Baustelle gewandelt. Es ist nichts los, wo doch sonst immer was los ist.<br />
Zum Glück gibt&#8217;s den &#8220;Alten Schweden&#8221; am Markt. Dort sitzen wir am Abend gemütlich bei einem Absacker.</p>
<p><strong>Freitag, 19. Juli</strong></p>
<p>Unser letzter gemeinsamer Tag. Wir haben noch einmal wunderschönen Segelwind. Zuerst kreuzen wir uns durchs Wismar-Fahrwasser bis in die Nähe der Ansteuerung Offentief. Dann drehen wir ein und segeln mit achterlichem Wind bis in den Travemünder Fischereihafen.<br />
Es ist Travemünder Woche und viele Segler und Motoryachten suchen verzweifelt einen Liegeplatz. Wir gehören nun auch dazu.<br />
Doch mit Christophs Hilfe (der von der &#8220;Scarabeus&#8221;) finden wir noch ein Plätzchen, obwohl die Gefahr besteht, dass wir wieder ablegen müssen. Doch dem ist nicht so, der &#8220;Südwind&#8221; (Name des Schiffes) kommt heute nicht mehr.<br />
Während Hans und Jürgen das Deck schrubben, liegt Petra zum letzten Mal im Bikini auf dem Achterdeck und sonnt sich. Die beiden spritzen und schrubben vorsichtig um sie herum.<br />
Die Crew macht ihren letzten Landgang und beschließt den Abend mit einem riesengroßen Topf Kesselgulasch, von Jürgen gekocht. Silvia spendiert eine Flasche Prosecco, darüber freuen wir uns alle und feiern Abschied mit einigen noch aufgefundenen alkoholhaltigen Getränken.<br />
Morgen fahren wir gemeinsam zurück nach Sachsen. Andreas holt dann mittags die neue Crew vom Bahnhof ab.</p>
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		<title>Ein Rund-Rügen-Törn</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jul 2007 15:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Törns]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonnabend, 7. Juli 2007 Mit jeder Menge Proviant, warmen Sachen und guter Laune kommen wir, Karin, Brigitte und ich, Angelika, mittags in Stralsund an. Andreas wartet auf der „Orion“. Joachim und Andreas, die unsere Crew vervollständigen werden, waren schon mal kurz da, sind aber schon wieder auf Landgang, nachdem sie ihre Seesäcke aufs Deck geworfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonnabend, 7. Juli 2007</strong></p>
<p>Mit jeder Menge Proviant, warmen Sachen und guter Laune kommen wir, Karin, Brigitte und ich, Angelika, mittags in Stralsund an. Andreas wartet auf der „Orion“. Joachim und Andreas, die unsere Crew vervollständigen werden, waren schon mal kurz da, sind aber schon wieder auf Landgang, nachdem sie ihre Seesäcke aufs Deck geworfen haben.<br />
Karola und Edmund übernehmen unser A-Klasse-Mietauto und fahren damit nach Darmstadt. Sie haben zwei harte Segelwochen hinter sich. Edmund wurde dafür mit dem SKS-Lappen belohnt. Er hat die gestrige Prüfung mit Bravour bestanden.<br />
Am Nachmittag, der sonnig aber auch stürmisch ist, lernen wir uns schon mal bei einem Stadtbummel etwas näher kennen.<br />
Erst am kommenden Morgen wollen wir ablegen. </p>
<p><strong>Sonntag, 8. Juli</strong></p>
<p>Zeitiges Aufstehen. Wir wollen durch die Ziegelgrabenbrücke, die 9 Uhr 20 für kurze Zeit öffnet. Jede Menge Segelyachten fahren mit uns durch, ohne sich gegenseitig zu behindern. Kurz nach der Durchfahrt setzen wir die Segel und fahren mit achterlichem Wind durch das Fahrwasser. 25 Seemeilen bis Wieck liegen vor uns. Gleich nach wenigen Seemeilen ist es möglich, die Fock auszubaumen und „Schmetterling“ zu segeln.<br />
Der schöne Segelwind hält an. Unser Chefnavigator steckt den Kurs so ab, dass wir direkt auf die Hafeneinfahrt zuhalten können. Gar nicht so einfach bei diesen Verhältnissen. Mit halbem Wind erreichen wir die Hafeneinfahrt von Wieck. Für Karin, Brigitte, Joachim und Andreas war heute der erste Segeltag auf unserer Yacht. Sie haben sich, so glaube ich, ganz wohl gefühlt.<br />
In Wieck finden wir eine Box gegenüber dem ehemaligen Segelschulschiff „Greif“ und legen dort mit dem Heck zuerst an. Von hier aus sehen wir auch das Wahrzeichen von Wieck, die historische, nach holländischem Vorbild erbaute Zugbrücke. Sie ist noch in Betrieb und öffnet einmal stündlich.<br />
Das Schiff, das neben uns liegt, ist vorerst noch ohne Besatzung. Ganz nebenbei erfahren wir, dass diese zum „Frühschoppen“ ist. Gut, das zu wissen. So verstehen wir, warum sie sich bei ihrer Rückkehr so über das Deck hangelt. Die Drei von nebenan schwanken, was das Zeug hält. Die müssen vielleicht gekübelt haben! Neidvoll lallt einer von ihnen zu uns herüber: „Ihr habt es gut, ihr habt drei Frauen! Könnt ihr uns nicht zwei abgeben?“ – Die sind ja einfach! Wir drei Frauen können es ihnen einfach nicht übel nehmen, sie haben es so schwer.<br />
Brigitte und Karin besuchen die Klosterruine Eldena, die gleich in der Nähe ist. Sie bietet Kulisse für ein paar Fotos.<br />
Wir besuchen noch Bianca, die in einem der Restaurants am Hafen bedient. Sie hat das Bild, das Willi im vergangenen Jahr hier von ihr gemalt hat, immer noch nicht von ihm bekommen. Mal sehen, vielleicht schicke ich ihr die Kopie, die ich habe, wenn ich wieder zu Hause bin.</p>
<p><strong>Montag, 9. Juli</strong></p>
<p>Frühes Aufstehen sichert die frischsten Fische. Joachim und Andreas besorgen sie für heute Abend, während wir anderen vier uns fit machen für den Tag. Wir joggen am Ufer des Flusses Ryck, der in den Greifswalder Bodden mündet, in Richtung Greifswald.<br />
Abgelegt wird gegen 10. Noch im Hafen lassen sich die Segel setzen und wir nehmen Kurs auf Ruden.<br />
Da der Wind im Laufe des Tages nachlässt, ist Badesegeln angesagt. Aber nur Andreas geht zu Wasser, lässt sich mit Schwimmleine vom Schiff ziehen. Uns anderen ist es doch zu kalt.<br />
Bald ist Ruden in Sicht.<br />
Die Insel ist der Rest einer einstigen Landverbindung zwischen Usedom und Rügen und vor allem für Naturfreunde interessant, sie ist ein Naturschutzgebiet.<br />
Schon von der Ferne sehen wir, wie hunderte schwarzer Vögel auf den östlichen Steinriffs der Insel sitzen, es sind Kormorane.<br />
Mit einigen Kreuzschlägen erreichen wir den kleinen Hafen, der meist von Sportbooten und Tagesausflüglern angelaufen wird.<br />
Hier steht auch ein während des Zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht errichteter Flugbeobachtungsturm, von dem aus die Flugbahnen der im nahe gelegen Peenemünde abgeschossenen Raketen beobachtet werden konnten. Jetzt befindet sich darin ein kleines Museum.<br />
Der Hafenmeister, seine Frau und ein Naturschützer bewohnen die Insel. Die beiden erstgenannten kassieren auch pünktlich 18 Uhr die Hafengebühr. Sechs Euro sind angemessen und wohl an der deutschen Ostseeküste nicht zu unterbieten. Nicht nur der kleine Inselrundgang beeindruckt, sondern auch das Plumpsklo, in dem es ganz extrem nach Harnstoff riecht. Es ist nicht auszuhalten. </p>
<p>Nachdem die Fische vertilgt sind, kommen Brigittes zwei Lampions zum Einsatz, damit sie die nicht umsonst mitgebracht hat. Sie verbreiten eine anheimelnde Stimmung, die wir sonst ganz klar an diesem Abend vermisst hätten. </p>
<p><strong>Dienstag, 10. Juli</strong></p>
<p>Werden wir heute Lohme erreichen? Diese Frage stellt sich, nachdem wir im Hafen von Ruden die Segel gesetzt haben und die Greifswalder Oie umsegelt haben. Der wenige Wind lässt befürchten, dass wir höchstens bis Saßnitz kommen. Wenn es irgendwie geht, wollen wir das verhindern. Bei dem bisschen Wind kann uns Brigitte aus „Der weiße Neger wumbaba – Teil 2“ vorlesen. Wir lachen uns zum Teil schief. Zur rechten Zeit frischt es auf und wir queren die Kreidefelsen, den Königstuhl. Eine Million Fotos werden gemacht. Diesen Postkartenblick erlebt man nicht alle Tage. Als wir um die Spitze rum sind, geht es tatsächlich noch zu Sache. Bei Westwind kreuzen wir uns bis zum Hafen. Hier ist es einfach idyllisch. Mit dem nochmaligen Einsatz der beiden Lampions hält die Idylle bis in die Nacht hinein an. </p>
<p><strong>Mittwoch, 11. Juli</strong></p>
<p>Tatsächlich, wir hätten früher ablegen müssen. Heute steht uns der härteste Tag bevor. Doch Karin und ich spazieren nach dem Frühstück erst noch einmal seelenruhig am steinigen Nordufer entlang. Als wir zurück sind, ist der Rest der Crew schon zum Ablegen bereit und erwartet uns ungeduldig. Wegen der Sturmwarnungen ist das erste Reff bereits eingebunden. Bis Kap Arkona querab ist alles noch gut, der Wind kommt gerade noch aus Nordwest. Ab jetzt dreht er aber nach West und nimmt immer mehr zu, von den Böen ganz zu schweigen. Da wir nun gegen an segeln müssen, können wir nur noch hoch am Wind kreuzen. Andreas steuert heldenhaft, wir kommen aber kaum vorwärts. Später muss das Groß im zweiten Reff gefahren werden. Das Manöver dafür ist bei diesen Bedingungen nicht ganz einfach. Brigitte fragt vorsichtig an, ob wir wohl bald da seien. Die Antwort fällt nicht sehr ermutigend aus. Ab dieser Frage bis zum Hiddenseefahrwasser vergehen dann noch zwei Stunden. Jetzt hat der Wind nach Südwest gedreht und es regnet. Wir holen die Segel ein und fahren unter Motor die letzten paar Meilen bis Vitte. Zum Aufwärmen gibt es Grog. Mit Einsatz der Heizung wird unser Ölzeug getrocknet.<br />
Beim abendlichen Spaziergang sind wir sehr froh, heute nicht mehr draußen sein müssen. </p>
<p><strong>Donnerstag, 12. Juli</strong></p>
<p>Gut, dass wir einen Reservetag eingeplant haben. Den verbringen wir auf der 19 km² großen Insel. Die Sonne vertreibt erst allmählich die Wolken, der Wind bläst unerbittlich. Wir steigen auf den Leuchtturm. Dort pfeift es zwar noch mehr, aber der herrliche Blick lässt es uns vergessen.<br />
Anschließend sitzen wir bei Livemusik und einem Bier beim „Klausner“. Auf einen Besuch im Gerhart-Hauptmann-Haus in Kloster verzichten die Männer. Wir drei Frauen sind jedoch der Meinung, dass ein bisschen Kultur sein müsse.</p>
<p><strong>Freitag, der 13.</strong></p>
<p>Unser letzter Segeltag. Wettermäßig ist es ein Glückstag. Der Wind ist kein bisschen böse. Wir haben die Seekarte ordentlich studiert, die wichtigsten Tonnen und Kurse notiert und Rasmus noch einmal ordentlich gegrüßt. Das alles und die &#8220;Wumbaba-Crew&#8221; haben zu einem tollen letzten Segeltag in dieser Woche beigetragen. Bei Sonnenschein fahre ich meinen letzten Heckanleger bei diesem Törn, bei dem wir die meisten der 138 Seemeilen gesegelt sind, nur wenige mit Motor. Wir sind wieder in Stralsund.<br />
Morgen früh ist noch Großputz angesagt, die nächste Crew ist schon im Anmarsch. </p>
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